„Galgo“, das spanische Wort für „Windhund“

 

 

Dieser kleine Bericht über die Windhunde aus Spanien, diejenigen, welche in den Tierschutz kommen, soll keineswegs den Anspruch auf Vollständigkeit haben, ist mit dem Herzen geschrieben und soll den gesunden Menschenverstand ansprechen. Mein größtes Anliegen ist es, für diese wundervollen Geschöpfe Verständnis für ihre Eigenheiten hervorzurufen und dem zukünftigen Besitzern einen Einblick in die Haltungsansprüche und Wesensmerkmale des neuen Hausgenossen zu geben, so dass beide, Mensch und Hund, ein harmonisches, auf gegenseitigem Verständnis beruhendes, liebevolles, lebenslanges Verhältnis zueinander aufbauen können.

 

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Ein Wort zuvor:

 

Sie haben vor, einem Windhund aus Spanien ein neues Zuhause in Deutschland zu bieten? Das ist ein wundervolles Anliegen und wir möchten uns für Ihr Interesse bedanken.

 

Wir vermitteln Windhunde aus Spanien, das spanische Wort dafür ist „Galgo“. Um begriffliche Verwirrungen zu vermeiden, möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich beim „Galgo español“ um eine FCI anerkannte Hunderasse handelt. Natürlich können wir Ihnen keine reinrassigen Hunde vermitteln. Wir vermitteln der Einfachheit halber „Galgos“. Natürlich besitzen unsere Hunde keine Ahnentafeln, keinen offiziellen Stammbaum und entsprechen oft nicht dem geforderten Rassestandard, deshalb vermitteln wir Galgos.

 

Natürlich wurde auch Ihr Hund von jemandem gezüchtet, nicht allzu selten wurden die Elterntiere sorgsam ausgesucht. Gar nicht unwahrscheinlich, dass sich der Spanier, der Ihren Hund „züchtete“, Gedanken über die Verpaarung der Elterntiere machte, darüber, welchen Typ Galgo español er züchten möchte, darüber, was er sich von den Welpen erhofft, ganz wie ein guter VDH- oder FCI anerkannter Züchter hierzulande und es ist sogar gut möglich, dass Ihr Hund ein äußerlich hochtypischer Galgo español sein wird, jedoch verfügt er über keinerlei Papiere, weshalb uns seine Herkunft aller Wahrscheinlichkeit nach unbekannt bleiben wird. Hatte Ihr Hund Glück, wurde er von verantwortungsvollen Besitzern direkt bei unseren spanischen Partnern abgegeben.

 

Genauso wahrscheinlich ist es aber, dass Ihr Hund ein Zufallsprodukt der Hundeliebe ist, dass jemand mit wenig Geld einfach die Hunde verpaart hat, die ihm zur Verfügung standen, dass der Mensch, der Ihren Hund „züchtete“ absichtlich oder unbeabsichtigt fremde Rassen mit einkreuzte, um den Hund schneller, robuster, eigenständiger, härter oder was auch immer zu machen.

 

Deshalb vermitteln wir keine Galgo español, sondern Galgos, Windhunde aus Spanien.

Wir finden, dass es keinen Hund der Welt abwertet, wenn man ihm keine Rasse überstülpen kann. Die Hunde, die wir Ihnen vermitteln, sind die tollsten Hunde der Welt, sie benötigen keine Ahnentafeln, keine Züchter und keine Rassebezeichnung. Was unsere Hunde benötigen, ist ein gutes Zuhause, wo man ihren Ansprüchen ans Leben gerecht wird, wo man ihr besonderes Wesen versteht und schätzt, wo sie , genau so wie sie sind, willkommen sind.

 

Falls Sie also einen Rassehund suchen, wenden Sie sich bitte an den DWZRV oder den VDH, dort wird Ihnen mit Ihrem Anliegen sicherlich weitergeholfen werden.

 

Wen holen Sie sich denn jetzt eigentlich ins Haus?

 

 

Des Galgos besonderes Wesen

 

Man möge mir mein Geschwärme für diese wundervollen Wesen nachsehen.

Schon nach dem ersten Kontakt bin ich dem Windhundfieber hoffnungslos verfallen. Ich hoffe sehr, dass auch Sie sich infizieren, es ist hochansteckend!

Sollten Sie feststellen, dass Sie immun sind, schauen Sie sich doch gerne bei unseren anderen spanischen Hunden um!

 

 

Was erwartet Sie nun?

 

Um ein paar Äußerlichkeiten kommen wir auch hier nicht herum!

 

Beim Galgo handelt es sich um einen Hund, der eine imposante Größe mitbringen kann, Rüden können ausgewachsen oftmals bis zu 74 cm Schulterhöhe erreichen, Hündinnen sollten eine Schulterhöhe von 68 cm nicht überschreiten, es kann aber gelegentlich vorkommen.

Natürlich kommen auch kleine Exemplare vor. So haben wir schon Hündinnen mit unter 60 cm Schulterhöhe erlebt und auch Rüden gesehen, die keine 62 cm Schulterhöhe im ausgewachsenen Zustand erreicht haben.

Sollte die Größe für Sie eine Rolle spielen, fragen Sie bitte bei der Vermittlung bei uns nach, wir geben gerne Auskunft, ansonsten rechnen Sie einfach mit allem!

 

Vom Gewicht her, liegt der Galgo zwischen 20 und 32 Kg, der Größe angemessen. Zur Orientierung: 32 kg bringt ein durchschnittlicher Labrador auf die Waage.

Ein großes Anliegen von uns ist es, dass der Windhund auch ein Windhund bleibt, zu großes Gewicht führt zu irreparablen Schäden an Knochen, Gelenken und dem Herzen, alles Faktoren, die schon durch die wahrscheinlich nicht optimale Aufzucht Ihres Hundes durch seinen spanischen Halters gesundheitliche Schwachpunkte darstellen können. Tun Sie ihrem Hund also einen Gefallen und achten Sie auf sein Gewicht! Der Hund ist genau richtig, wenn man die letzen drei Rippen deutlich unter dem Fell sehen kann. Sollten Sie unsicher sein, fragen Sie bei einem windhundspezialisierten Tierarzt in Ihrer Nähe nach, gerne suchen wir Ihnen jemanden heraus, an den Sie sich vertrauensvoll wenden können!

 

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Farblich ist beim Galgo (español) alle erlaubt. Am häufigsten findet man ihn in Schwarz mit mehr oder weniger viel Weiß, in allen Nuancen der Stromung (auch blau), sandfarben oder rehbraun. Hunde, die die Grundfarbe weiß (oft mit Punkten) haben und dann mit gestromten Platten (Abzeichen) versehen sind, hatten mit großer Wahrscheinlichkeit mal Greyhounds in ihrer Ahnenreihe.

 

Als einzige Windhundrasse darf der Galgo español in zwei Fellvarianten vorkommen, glatthaarig und rauhaarig. Beide Varianten dürfen gekreuzt werden, so das es den Galgo natürlich auch in mehr oder weniger rau oder in glatt gibt. Es stimmt übrigens weder, dass der rauhaarige Galgo der einzig wahre ist, noch dass Rauhaar in Spanien nicht mehr geschätzt wird, nur um gleich ein paar Märchen zu entkräften!

 

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Ihr Galgo sollte Sie aus dunklen, mandelförmigen Augen anschauen, sein Näschen ist im Idealfall schwarz pigmentiert, beide Merkmale können aber bei heller Fellfarbe auch aufgehellt sein. Die Ohren sollten die Form „Rosenohr“ haben, das heißt, Ihr Hund kann sie an dem Kopf zusammenfalten wie eine geschlossene Rosenblüte. Da wir hier aber keinen Anspruch an Rassestandard legen, vermitteln wir Ihnen auch Exemplare, die ihre Öhrchen hervorragend aufstellen können oder gar immer mehr oder weniger aufgestellt tragen!

 

Auf weitere Äußerlichkeiten möchte ich gar nicht eingehen. Natürlich verfügt Ihr Hund über die galgotypische „lange Nase“, die er im Übrigen durchaus zu benutzen weiß und dass nicht nur, um Dinge aus verschlossenen Taschen zu stibitzen!

 

Ob er nun einen Knick in der Rute hat oder keinen, ob diese bis zum Boden reicht oder nicht, das spielt doch gar keine Rolle, es kommt sogar vor, dass wir Hunde in die Vermittlung bekommen, denen Teile der Rute fehlen.

 

Wenn ich jetzt auf das Wesen des Galgos eingehe, kann ich natürlich nur auf Durchschnittswerte hinweisen. Je nach Geschichte Ihres Hundes, kann er davon auch stark abweichen, darauf werden Sie aber in unseren Vermittlungstexten explizit hingewiesen!

 

Im Großen und Ganzen kann man den Galgo als zurückhaltenden Hund beschreiben. Vor allem Fremden gegenüber tritt er mit einer deutlichen Scheu auf. Hat ein Galgo einen Menschen aber erst mal ins Herz geschlossen, kann seine Begrüßung bei der Wiederbegegnung sehr stürmisch ausfallen, mit Küssen, Begrüßungslaut und sogar anspringen (unterbinden Sie das bitte, nicht jeder Mensch ist einem 32 kg /74 cm Hund in voller Begeisterung körperlich gewachsen!).

 

Sieht er sie jedoch das allererste Mal, kann es durchaus sein, dass er handscheu erscheint, sich zurückzieht oder nur vorsichtig mit gesenktem Haupt annähert. Mit dem richtigen Bestechungsmaterial sollten Sie aber schnell auf die Seite „Freunde“ wechseln können.

Trotz aller schrecklichen Dinge, die dem Hund in seinem bisherigen Leben widerfahren sind, bleiben unsere lieben Galgos auch große Schauspieler, mit etwas Mühe werden Sie aber Ihren Hund bald durchschauen können, denn Galgos haben eine beeindruckende Mimik und Gestik und eine sehr deutliche Körpersprache. Dieser Umstand macht das Zusammenleben und die Kommunikation mit diesen sensiblen, aber auch durchaus selbstbewussten Persönlichkeiten so angenehm. Sie bieten viel an und lassen sich auch von IHREM Menschen durch kleinste Signale lenken, damit kann man manchen Labrador- oder Terrierbesitzer schwer beeindrucken, wenn man seinen Hund scheinbar nur durch Kraft der Gedanken (und kleine Handzeichen oder Blicke) lenkt!

 

Der Galgo gehört durchaus zu den erziehbaren Windhundrassen, natürlich nur im Rahmen seiner Möglichkeiten , der „will to please“ den ein Bordercolli mitbringt, wird man beim Galgo nicht finden! Dieser Hund möchte einen Sinn in dem sehen, was sein Mensch von ihm verlangt, der Phantasie des Besitzers sind also keine Grenzen gesetzt. Durchaus gibt es Galgos, die mit viel Freude Agility machen, sich durch die Begleithundprüfung boxen, Dogdance oder Dogfrisbee,

oder auch die Fährtensuche oder Mantrailing mit Begeisterung mitmachen. Solange Ihr Hund dazu Lust hat, können Sie eine Menge lustiger Dinge mit ihm anfangen. Sollten Sie jedoch einen Hund suchen, der dies zuverlässig zu jeder Zeit und mit viel Enthusiasmus erledigt, sind sie ggf. mit einem Galgo eher schlecht beraten.

 

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Der Galgo ist meiner Meinung nach ein Hund für Faule, man kann vieles mit ihm anstellen, muss es aber nicht!

Sollte der Galgo also der ideale Begleithund sein? Ja, wenn da nur nicht der deutlich ausgeprägte Jagdtrieb wäre! Auch ein Hund, der lt. unserer Beschreibung über „gering ausgeprägten Jagdtrieb“ verfügt, hat immer noch deutlich mehr Jagdtrieb als der deutsche Durchschnittshund. Auch kann sich die Jagdlust steigern, wenn Ihr Hund  erst mal richtig bei Ihnen angekommen ist. Für eine Überraschung in dieser Hinsicht ist der Galgo immer gut.

Bekanntermaßen ist der Windhund an sich, also auch der Galgo, ein Sicht-Hetz-Jäger, d.h., er spricht auf optische, visuelle Bewegungsreize an! Das kann das fliehende Reh sein, der davonstobende Feldhase (die in Deutschland unter Naturschutz stehen!!!), aber auch die Autos auf der Autobahn am Horizont, die entfernte Bahn, oder einfach ein Stück Plastikfolie, welches sich verfangen hat und im Wind flattert. Gehen Sie nicht davon aus, das der Hund den Irrtum Bahn= groß= kein Hetzobjekt relativiert und seine Hatz abbricht, das kann passieren, muss aber nicht. Es sind schon etliche Windhunde beim Versuch, einen Zug zu erlegen, selbigem zum Opfer gefallen.

 

Wir müssen Sie sicherlich nicht darauf hinweisen, dass jedwede Art von Wilderei, sprich Hund hetzt Wildtier, in Deutschland verboten ist und der ortsansässige Jäger von seinem Recht darauf, wildernde Hunde zu erschießen, Gebrauch machen kann und oftmals auch tut. Sicherlich würden Sie ihren Hund niemals im Naturschutzgebiet unangeleint stromern lassen, das versteht sich bei Tierfreunden ja von selbst!

 

Des weiteren müssen wir Sie darauf hinweisen, dass, ist die Hatz erst mal eröffnet, Ihr Hund Sie mit großer Wahrscheinlichkeit weder hört, noch sieht (in guten Hundeschulen, mit guten Hundetrainern übt man deshalb ein Abbruchsignal ein, dass aber nur auf eine sog. „Magische Distanz“ im Ernstfall oder auch gar nicht wirkt). Seine Sinne sind vollkommen auf selbstständige Jagd eingestellt.

Er kommuniziert ggf. noch mit mithetzenden Artgenossen, mit Ihnen eher nicht mehr. Nun fragen Sie sich: a) ist das schlimm? Und b) was können Sie jetzt tun?

 

Zu a) kann ich nur aus schmerzlicher Erfahrung sagen: Ja, es ist schlimm!!! Hunde verunglücken, reißen sich tiefe Wunden an Stacheldraht, Unrat auf dem Feld, an Ästen im Wald, brechen sich Beine, laufen über Straßen und werden an- oder überfahren, verlaufen sich (denn sie legen innerhalb kürzester Zeit enorme Distanzen zurück und finden nicht alle automatisch zu Herrchen oder Frauchen zurück) und vieles mehr! Außerdem ist es wie gesagt verboten, so dass Ihr Hund auch geschossen werden darf!

 

Zu b) sehen Sie Jagdobjekte vor Ihrem Hund, rufen  Sie ihn zu sich, bevor er loshetzt! Befestigen sie eine Leine an dem ausbruchsicheren Geschirr oder dem enganliegenden Halsband (anders als bei anderen Hunderassen, ist der Kopf des Windhundes nicht breiter als sein Hals, so dass sie aus lockeren Halsbändern mit einer kurzen, eleganten Bewegung herausschlüpfen können und dann ohne Tassomarke oder sonstige Informationen zu Halter und Hund selbstständig unterwegs sind). Nein, es gibt keine andere zuverlässige Möglichkeit, Sie werden erstaunt sein, wie viel Kraft ein so zarter Hund entwickeln kann, wenn er hetzen will! Dass sie schreiend in der Leine stehen ist keine Seltenheit! Lohnende Jagdobjekte können auch Jogger oder Radfahrer sein, bitte trainieren Sie das ihrem Hund ab! Ab und an liest oder hört man von Galgos, die sich auch von fliehendem Wild abrufen lassen, das ist offensichtlich aber nur in Einzelfällen möglich. Gehen Sie bitte nicht davon aus, dass Ihr Hund zu diesen Fällen gehören wird!

Bitte glauben Sie uns, Ihr Hund ist nicht dankbar, dass er nicht mehr für seinen spanischen Herren jagen muss. Er wurde jahrhundertelang zur selbstständigen Jagd selektiert und gezüchtet! Es liegt ihm also im Blut, in den Genen und erhält er die Gelegenheit, wird er jagen. Er wird sich auch nicht aus Dankbarkeit (eine Empfindung, die Hunden grundfremd ist) oder aus Liebe zu Ihnen eine günstige Situation entgehen lassen, ggf. kehrt er reumütig zu Ihnen zurück (wobei er aus Hundesicht ja gar keinen Fehler gemacht hat, nur gelernt, dass Sie es als „unerwünscht“ einordnen)! Eine Lehre zieht er daraus sicherlich nicht!

Zu stark ist der Trieb!

Achten Sie einfach auf Ihren Hund, die Umgebung und sein Verhalten. Und glauben Sie uns, eine mitgeführte, griffbereite Hundeleine hat schon so manches Unglück verhindert! Wir werden Sie nicht auffordern, Ihren Liebling ein Leben lang an der Leine zu führen, das grenzt unserer Meinung nach bei einem Windhund an Tierquälerei! Wie Sie ihrem Hund Freilauf gewähren, hängt von Ihnen, der Umgebung in der Sie leben, den gegebenen Möglichkeiten und auch vom Hund, den Sie adoptieren ab. Es gibt inzwischen einige eingezäunte Windhundausläufe oder fragen Sie einfach bei Hundeschulen nach, ob Sie das Gelände nutzen können, auch eingezäunte Auslaufflächen im Wald gibt es! Informieren Sie sich bitte auch darüber!

Sie sehen also, ein Galgo stellt doch einige Ansprüche an seine Familie/ neuen Besitzer!

 

Der Galgo schätzt, nein benötigt den Kontakt zu Artgenossen, das sollte ihm täglich gewährt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob er Kontakt zu anderen Windhunden, was er noch mehr liebt als alle anderen Hundekumpel, oder zu anderen Rassen hat. Sie werden erleben, dass sich Windhunde untereinander immer erkennen, egal, ob das gegenüber ein winziges italienisches Windspiel ist oder ein riesenhafter irischer Wolfshund und vollkommen anders miteinander umgehen. Ihre gute Kompatibilität verleitet viele Leute dazu, mehr als einen Windhund zu halten.

 

Ganz anders stellt sich unser ungestümer (und auch oft erfolgreicher, denn er hat wahrscheinlich im Herkunftsland erfolgreich gejagt und getötet) Jäger jedoch in den eigenen vier Wänden dar.

Eben noch auf der Straße oder in den Perreras, entwickelt er in Windeseile eine Affinität zu den Bequemlichkeiten des deutschen Lebens. Er verfügt offenkundig auch über das „Sofa-Gen“, denn dieses Möbelstück wird postwendend zum Lieblingsliegeplatz erkoren, ebenso wie das Bett als Lieblingsschlafplatz. So bequem kann kein Körbchen sein!

Aber keine Sorge, Sie können Ihrem neuen Liebling Liegeplätze zuweisen, jedenfalls in ihrer Anwesenheit. Auch da schätzt er komfortable, weiche Plätze an strategisch günstigen/wichtigen Punkten Ihrer Wohnung.

Dasselbe gilt für Futter, wobei oft eine Vorliebe für Brot, was die Hunde aus Spanien kennen, bleibt. Schnell mutiert ihr Liebling zum Feinschmecker, aber Vorsicht, zu hochwertiges Futter, vor allem Trockenfutter mit einem Rohproteingehalt über 24% kann zu Verdauungsstörungen und Haarausfall führen! Auch von sog. Hochleistungsfutter möchten wir Ihnen abraten.

Es ist gut möglich, dass Ihr Hund ein ausgesprochen geschickter Dieb ist, Bratgut wird aus der heißen Pfanne gestohlen, Grillzeug von dampfenden Grill, Nutellagläser geöffnet (Vorsicht, Schokolade ist nicht ungefährlich für Hunde), Schränke, Kammertüren und Schubladen werden geöffnet, es wird probiert, wie Mehl auch ohne Brot schmeckt, ob man Nudeln immer kochen muss und wie man Milch aus Tüten bekommt.

Katzenfutter ist ein gerne genommener Snack, auch vor Fischnahrung und Vogelkörnern wird nicht halt gemacht!

 

Besonders tückisch ist die Strategie „schlafender Hund“. Ihr Galgo stellt sich schlafend, tief und fest, und verlassen sie den Esstisch, um noch etwas frische Marmelade zu holen, schwupps, wird der Moment genutzt, ein Brötchen von Frühstückstisch zu stibitzen und in Windeseile zu verzehren.

 

Sofahaltung

 

Zuhause ist der Galgo ein durch und durch angenehmer Zeitgenosse  (abgesehen von seinen kriminellen Neigungen des Nahrungsstehlens ):

Er riecht nicht, haart wenig (nur zum Fellwechsel im Frühjahr und im Herbst vermehrt), bellt so gut wie nie und zieht es vor, den Tag mit Dösen zu verbringen.

Dabei schätzt er Ihre Gesellschaft und streichelnde Hand sehr, oftmals ist er ein ausgesprochener Schmuser und Genießer.

Haben Sie keine Zeit für Streicheleinheiten, wird er Ihre Nähe suchen, sich an einem bequemen Ort niederlassen und Sie machen lassen, was ihn ab einem gewissen Alter zu einem guten Bürohund machen kann!

 

Der Galgo als Familienhund?

Der Galgo ist sicherlich nicht der ideale Familienhund wie z.B. ein Golden Retriever. Er wird sich von Kindern nicht bedrängen lassen, er zieht sich zurück, wird ihm keine Rückzugsmöglichkeit gegeben, ist es durchaus möglich, dass er auch schnappt, seine Geduld ist beschränkt. Auch ist zu beachten, dass es ich um einen Hund stattlicher Größe handelt, der zumal noch über die Fähigkeit verfügt, innerhalb kurzer Zeit auf hohe Geschwindigkeiten zu kommen, sollte ein solch beschleunigter Hund Ihr Kind umrennen, ist es sicherlich schmerzhafter, als wenn dies ein Hund vom Format eines Schäferhundes tut.

Ebenfalls erwähnenswert ist der Peitschenschwanz, der sich ggf. in Augenhöhe des Kindes in enormer Geschwindigkeit mit Kraft hin und her bewegt.

Natürlich ist der Galgo absolut familientauglich, oft sogar sehr verspielt nach der Eingewöhnungszeit, durchaus sehr lieb mit Kindern. Auch genießt er Streicheleinheiten von Kinderhänden. Gerade bei aktiven Familien, die ggf., Ausflüge mit Hund machen wollen oder auch sonst viel draußen unterwegs sind, wird sich ein Galgo sehr wohl fühlen. Das sensible Wesen des Galgos verlangt aber auch schon von kleinen Menschen gewisse Umgangsformen. Ein Galgo, der sich einmal sehr geängstigt hat oder sehr bedrängt wurde, kann durchaus „nachtragend“ sein und lange an dem Ereignis zu knabbern haben. Deshalb ist es wichtig, dass der Galgo behutsam an alle Familienmitglieder gewöhnt wird. Oft bringt er, was Kinder betrifft, Altlasten aus Spanien mit, bitte fragen Sie vor der Adoption in der Pflegestelle nach, ob dort Kinder vorhanden sind oder ein- und ausgehen!

Anders verhält es sich natürlich mit einem Welpen! Galgowelpen können mitunter ziemlich anstrengend  sein, was bei Kindern aber auf viel Gegenliebe stößt! Nahezu unermüdbar kann man mit ihnen balgen und toben, Bällchen spielen und kleine Kunststücke einüben! Dabei ist aber die Zartheit des Körperbaus bitte zu berücksichtigen.

Letztendlich liegt die Entscheidung natürlich bei Ihnen, ob ein Galgo zu Ihnen und Ihren Kindern passt!

 

                                                                   Verfasser Nicole Völkel-Halilovic