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Information zu Mittelmeererkrankungen (mit freundlicher Genehmigung von: A.S.P.A. friends Germany e.V.)
Leishmaniose
In Mitteleuropa wird die Leishmaniose als klassische tropenmedizinische Infektionskrankheit gesehen. Sie nimmt derzeit stark zu und durch den wachsenden Tourismus in die Mittelmeerregionen steigt auch in Deutschland, der Schweiz und Österreich die Zahl der Leishmaniosen bei Mensch und Tier.
Die Leishmaniosen können nur durch Sandmücken der Gattung Phlebotomus übertragen werden. Hin und wieder wird behauptet, dass Leishmanien durch Zecken, Flöhe, andere Mückenarten oder Milben, durch Beissereien zwischen Hunden oder durch Speichel übertragen werden, diese Aussagen sind schlechtweg falsch und nicht dokumentiert! Diese Sandmücken wurden in Deutschland 1999 entdeckt.
Durch den nächtlichen Stich der Sandmücke werden die Leishmanien zunächst unter der Haut und dann über das Blut in weitere Organe (Milz, Leber, Knochenmark) verbreitet. Krankheitsanzeichen treten oft erst Wochen, Monate oder Jahre nach der Ansteckung auf. Das Ausmass reicht von Hautrötungen bis zu eitrigen Geschwüren, die nur schwer oder nicht heilen, Nasenbluten, unstillbarer Durchfall, allgemeine Trägheit etc. runden das Bild ab. Es gibt aber keine typischen Symptome, die ausschließlich auf Leishmaniose deuten. In Europa findet man nur die viscerale Form der Leishmaniose, die äußeren Veränderungen sind stets sekundär, immer sind auch die inneren Organe mehr oder weniger stark betroffen. Eine Blutuntersuchung in Verbindung mit „Großen Bludbild“ gibt Aufschluss über die Schwere der Erkrankung.
Unsere vermittelten Hunde haben bereits eine Untersuchung auf Leishmaniose bekommen. Ein erneuter Test ist nach wissenschaftlichen Erkenntnissen (Empfehlung des Leishmaniose-Kongressess in Sevilla 2002) frühestens 4-6 Monate nach Ankunft des Tieres in Deutschland zu empfehlen. Frühere Untersuchungen zeigen keine realistischen Ergebnisse, da durch die Umgewöhnung der Tiere an Klima, Futter etc. und Stress durch Kastration und Impfungen das Immunsystem zu strapaziert ist und dadurch ein falsches Testergebnis bewirkt. Wir empfehlen Ihnen gern ein Labor, das standardisierte, amtlich zugelassene Substanzen für die Leishmaniose-Tests einsetzt, die auch nach Jahren noch vergleichbar sind. Eine Leishmaniosetherapie ist nur dann erfolgreich, wenn KEINE andere (parasitäre) Infektion vorliegt. Ausgeschlossen werden muss ZUVOR eine Ehrlichiose, Babesiose, Dirofilariose und der Hund muss entwurmt sein!
Gern können Sie zusätzliche detaillierte, veterinärmedizinische Fachinformationen zur Leishmaniose bei uns anfordern. Wir unterstützen Sie und Ihren Tierarzt gern.
Ehrlichiose
Ehrlichien sind bakterienähnliche Erreger, die durch den Biss von Zecken (Holzbock) übertragen werden. Im Mittelmeerraum findet man die Unterart Ehrlichia canis, in Deutschland, Schweden und Norwegen Ehrlichia phagocytophila. Bisher ist bei Hunden nur ein serologischer Nachweis (Antikörpertiter) bezüglich E. canis möglich. Damit ist aber (bei negativem Testergebnis) eine Infektion durch E.phagocytophila nicht ausgeschlossen. Eine Differenzierung der beiden Unterarten gelingt nur durch die genauere Untersuchung der Blutzellen, sind E. in den Monozyten ist es eine importierte Infektion, also E. canis; sind sie in den Granulozyten, so liegt eine hier erworbene Ehrlichiose durch E. phagocytophila vor. Einen deutlichen Hinweis auf eine Ehrlichiose überhaupt, unabhängig vom Erreger, liefert der ermittelte Blutwert für Thrombozyten. Ist dieser Wert sehr niedrig oder grenzwertig, ist mit Ehrlichiose zu rechnen.
Ehrlichien leben in den Blutzellen. Die Erkrankung verläuft 3-phasig.
Da die Symptome in der 3. Phase denen der Leishmaniose ähneln, muß unbedingt eine Laboruntersuchung eingeleitet werden, um Sicherheit zu erlangen. Auch hier nennen wir Ihnen gern das direkt auf Zecken spezialisierte Labor und eine entsprechende Behandlung. Die Behandlung erfolgt durch Gabe eines Antibiotikas (Doxycycliinhyclat) über mindestens 21 besser 28 Tage. Unsere vermittelten Hunde sind auch auf Ehrlichia canis bereits getestet.
Babesiose
Babesiose sind Einzeller, die ebenfalls durch bestimmte Zeckenarten übertragen werden. Das Vorkommen beschränkt sich nicht nur auf den Mittelmeerraum, sondern auch in Deutschland ist eine Infektion möglich (2003 besonders Region um Berlin).
Die Babesien dringen in die roten Blutkörperchen ein und zerstörten diese. Es kommt zu Blutarmut und oft auch zu Gelbsucht. Durch die Ausscheidung des abgebauten Blutfarbstoffes kommt es häufig zu einer dunklen Färbung des Urins. Hohes Fieber, Mattigkeit und Appetitlosigkeit folgen.
Auch hier muss der Erreger durch einen Bluttest im Labor nachgewiesen werden. Eine sofortige Behandlung bringt schnelle Besserung des ernstzunehmenden Zustands. Auch hier können wir Ihnen gern das entsprechende Labor nennen und einen Behandlungsvorschlag mit Ihrem Tierarzt absprechen.
Allerdings tritt eine Babesiose nicht so häufig auf.
Dirofilariiose (Herzwurmerkrankung)
Herzwürmer werden durch große Stechmücken übertragen. Von der Haut wandern die Larven der Herzwürmer in die Muskulatur, dringen in die Blutbahn ein und gelangen so bis zum Herz. Die Würmer leben dann in den Blutgefäßen und können diese verstopfen. Die erwachsenen Würmer werden bis 30 cm lang und siedeln sich häufig in der rechten Herzkammer und in der von dort in die Lunge führende Arterie an. Es kommt zu Einschränkungen der Herzfunktion. Atemnot und chronischer Husten sind typische Symptome. Ein Nachweis im Labor ist erforderlich. Als effektive Behandlung haben sich Spot-On-Präpararte (Stronghold) erwiesen, da es auch die übertragenen Filarien im Blut abtötet. Auch hier können wir Sie gern beraten.
Gern können Sie weiteres detailliertes Informationsmaterial bei uns anfordern. Auch Ihr Tierarzt kann uns jederzeit kontaktieren. Mai 2010 |
Mittelmeererkrankungen