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Montag, den 16. Januar 2012 um 21:37 Uhr

Die 11. Tour

 

Die Aufregung und Vorfreude beginnt, für mich, am 08.12.11, weil Alexandra nun doch nicht fahren kann, braucht Sabine dringend Mitfahrer. Ich war ja nun zu Ostern in Spanien, allerdings mit dem Flieger, und es war, schön, beeindruckend, aufregend und ganz schön anstrengend. Meine bisherigen Überlegungen mal die Tour mit zu fahren endeten für mich immer mit einem traurigen NEIN. Lars ist zwar nun schon mehrmals mitgefahren und weiß, wie anstrengend das ist, und mein Gesundheitszustand ist . . . , nun ja, nicht der allerbeste. Aber ich habe diesen Traum und Wunsch, und ich bin ein Kämpfer, ich will es unbedingt, auch wenn ich im Anschluss eine Woche schlafen und mich erholen muss.

Also, Sabine braucht Mitfahrer, ich möchte, und kann mir einen Herzenzwunsch erfüllen, die Kinder haben bis 06.01.12 Ferien, und mir geht es nach diesem Sch…jahr endlich wieder viel besser. Dazu kommt die Zahl 11 ist meine absolute Glückszahl, was soll da noch schief gehen?!

 

SPANIEN ICH KOMME

Die Vorfreude ertrinkt in Sorgen, Sorge um Eva und die Hunde. Das Refugio ist rappelvoll, jeden Tag kommen neue Hunde, die Futterkosten explodieren, denn in Tomelloso ist es schon sehr kalt, und die vielen Hunde brauchen nun auch viel mehr Futter als unsere Wohnungshunde, um sich gegen die Kälte zu schützen. Dazu kommt, dass uns noch immer ein dritter Fahrer fehlt. Die Liste der Hunde die adoptiert sind, oder eine Pflegestelle bekommen können wird lang und länger. Gut für die Nasen und auch für Eva und das Refugio, aber Stress pur für Sabine. Wir brauchen nun noch einen zweiten Transporter, und natürlich noch mehr Fahrer.  Einen zweiten Transporter bekommen wir hier in Hamburg, für mich persönlich ja prima. Sabine setzt Himmel und Hölle in Bewegung, aber Jeder der sich bereit erklärt zu fahren, muss seine Zusage  leider schweren Herzens wieder zurückziehen.  Es ist zum Verzweifeln, die Nerven liegen blank, aber auf der „letzten Minute“ kehrt das Glück, in Form von 3 Fahrern, ein. Endlich steht die Tour!!!!!   Zwei Tage bevor es los geht!!!!!  Was für eine wilde Achterbahnfahrt!!!! 

Mitfahren werden jetzt: Jule - eine Angestellte aus Sinas Pension, Jan - Adoptivpapa von Yuka, und Dominik - der Schwager von Kay, Ich und natürlich Sabine.

24.12.

Lars und ich holen den Transporter, bauen schon mal die Rückwand aus und die Spenden werden auch schon verladen. Oh, ich kann mich in meinem Arbeitszimmer wieder bewegen, auch mal wieder schön.  Endlich mal zur Ruhe kommen und noch einmal durchatmen, wir genießen den Weihnachtsabend und haben viel Spaß miteinander.

25.12.

Morgens noch mal mit den Nasen zum Auslauf, dann die restlichen Sachen in den Transporter. Sch… Valienteo hat sich durch die Gartenpforte gedrängelt, mir rutscht das Herz in die Füße. Hund einfangen steht heute wirklich nicht auf der Tagesordnung. Im nächsten Moment brech ich fasst zusammen, allerdings vor Lachen. Valieneto steht mitten im Transporter und will unbedingt mit mir mit.  Aber nicht er soll mit, sondern Carmello. Kurz darauf kommt nun auch Jule, sie bringt  Negra mit. Unsere 2 Vierbeiner müssen in ihre Boxen, was Negra überhaupt nicht passt, aber alles Zetern nützt ihr nix, schließlich soll sie heil in ihrer neuen Familie ankommen.   Bei Bremen sammeln wir dann noch Jan ein, und kommen nachmittags in Lotte an. Natürlich werden wir schon sehnsüchtig erwartet. Nach großem Hallo und vielen Umarmungen, können wir Negra an ihre neue Besitzerin übergeben, immer wieder ein schöner Moment.  Nachdem wir uns mit Kaffee und Kuchen ordentlich gestärkt haben, heißt es nun die Transporter fertig zu machen. Transportboxen, Futterspenden,  eine Holzhundehütte, und mehrere große Faltboxen, dazu jede Menge warme Decken und  Mäntel, Medikamente,  und die 4 neuen Heizlüfter, sowie 2 weitere elektrische Heizkörper werden verstaut und von Jan bestmöglich gesichert.  Vielen Herzlichen Dank an dieser Stelle allen Spendern und an die fleißigen Näherinnen. Einen Großteil dieser Spenden verdanken wir unserer unermüdliche Pflegestelle Maria und ihrer Familie. Viele der Mäntel haben uns die fleißigen Mitglieder der „Windhundcommunity“ beschert… toll und vielen vielen Dank auch dafür!   Auch die Schlafplätze für uns werden soweit vorbereitet, Kissen und Wolldecken verstaut, schließlich müssen wir ja auch an unser Wohlergehen denken.  Auch für  Carmellos Box bleibt noch ein Platz, denn er soll ja Morgen noch an seine neuen Besitzer übergeben werden – mein Kleiner.  Der Abend ist erfüllt mit vielen Gesprächen, Anekdoten über unsere Hunde und Pflegehunde.  Wir lernen uns schon mal ein wenig kennen und genießen das leckere Essen von Sabine.  Carmen und Mike kümmern sich um unsere Schlafplätze, während Sabine noch viel telefoniert und die letzten Verträge vorbereitet.  Und natürlich kommen wir viel später in die Betten als wir es vor hatten, aber auch das ist normal. Das wird uns auch die gesamte Tour über begleiten: ein Plan ist gut, aber Flexibilität ist genauso wichtig.

26.12. + 27.12.

Carmello war die Nacht über sehr unruhig, und so überhöre ich mein Handy, und erscheine als Letzter auf der Bildfläche. Ausgerechnet ich, wo ich sonst immer eine der Ersten bin, peinlich. Aber egal, war ja noch nicht zu spät. Nachdem die Hunde gefrühstückt haben, machen auch wir uns über lecker Brötchen, Wurst, Käse und Marmelade her, dazu noch heißer Kaffee, was will man mehr. Maik und Carmen kümmern sich um unsere Bordverpflegung, während wir die letzten Sachen zusammen sammeln, und Sabine noch immer telefoniert. Schnell machen wir noch die Abholerliste fertig, und dann brechen wir, fast pünktlich, auf. Mein Kleiner muss in seine Box, sonst kann er beim Autofahren immer rausschauen, auf den Luxus muss er jetzt verzichten. Aber wie Carmello halt so ist, nutzt er die Zeit um den in der Nacht versäumten Schlaf nachzuholen.  Sabine und ich fahren den ersten Transporter, Jan, Jule und Dominik den Zweiten. Wir kommen gut voran und sind am Nachmittag in Bendorf, bei Koblenz, wo noch reichlich Spenden auf uns warten. Unglaublich viele Spenden, genauer gesagt, gesammelt von dem Verein „Angels for dog e.V. und uns zur Verfügung gestellt von Linda Pelzer. Sabine weiß gar nicht mehr, was sie sagen soll, beide Transporter sind komplett voll! So macht das alles wieder Spaß, wenn Tierschutz auch so funktioniert, dass alle einander helfen. Viel dafür getan hat auch Christa Schmitz von der Organisation „Hilfe vor Ort Spanien“. Ich hab mich erst mal um Carmello gekümmert, während die Anderen bereits anfingen die vielen, vielen Spenden im Transporter zu verstauen. Unglaublich . . . . aber der Transporter wurde so voll, das wir beschlossen, Carmellos Box auseinander zu bauen, wir brauchten den Platz. Auch in Sabines Transporter wurden noch einige Säcke gestopft, muss man schon sagen. Einfach Wahnsinn wie viele lieben Menschen an unsere Hunde denken und uns helfen zu helfen. Vielen, vielen herzlichen Dank dafür! Wir mussten/wollten weiter. Nächster Stopp Breisgau, Carmello kommt zu mir auf den Schoß, und genießt es sichtlich, und ich kann noch ein wenig mit ihm kuscheln, bevor ich mich von ihm trennen muss. Nun war es mal wieder soweit, die Adoptanten kamen, und das erste was mir durch den Kopf geht, na die passen aber gut zu meinem Kleinen. Eher ruhige Leute, neugierig, wahnsinnig aufgeregt und sehr nett. Während Sabine den Papierkram erledigt, gehe ich ein Stück mit der Frau und Carmello (damit ihm nicht so kalt wird). Sie hat viele Fragen, immer schon ein gutes Zeichen, wir reden und reden, dann wird es Zeit für uns zu Fahren. Es liegt ja noch einiges an Autobahnkilometern vor uns. Für mich muss es dann immer schnell gehen, die Familie verabschieden, Carmello Tschüß sagen und weg. Nun ist es erst mal ein bisschen ruhig im Auto, aber so langsam kommt die Vorfreude auf Spanien zurück, und mir geht es wieder besser. Frankreich, wie immer bei Nacht, und gegen 4 Uhr sind wir schon in Spanien. Nun immer an der Küste entlang, vorbei an Barcelona in Richtung Valencia, dann „abbiegen“ ins Binnenland, nur noch 300 Kilometer. Wir haben strahlenden Sonnenschein, die Farben leuchten in allen braun, rot und grün Tönen, es ist herrlich. Mir geht es erstaunlich gut, das kommt bestimmt von den vielen Endorphinen im Blut. Ich bin so voller Freude und Vorfreude, so überglücklich dabei sein zu dürfen und mir diesen Traum verwirklichen zu können. Eva, Nuria, das Refugio, die Hunde, und die La Mancha eben, mit Tomelloso, dem La Parilla und dem wunderbaren Hostal de Violeta. Wenn man auf die Hochebene in der La Mancha fährt, stellt man sich unweigerlich vor, wie die Galgos dort rennen und ihre Arbeit tun. Diese Weite, bis zum Horizont . . . und noch viel weiter.

Nach genau 24 Stunden Fahrzeit kommen wir am Refugio an. Da das Refugio direkt an der Autobahn liegt und Eva uns schon erwartet und aufgeregt winkt, als sie unseren Wagen erkennt, startet Sabine ein sehr schönes Hupkonzert, und wir lachen um die Wette und können nun kaum noch stillsitzen. Die Begrüßung ist so herzlich, es ist ein Stück wie . . . nach Hause kommen. Es gibt ganz viele Umarmungen und noch viel mehr Küsschen rechts und Küsschen links. Wir öffnen die Transporter und Eva ist sprachlos, hat Tränchen in den Augen und muss uns Alle gleich noch einmal knuddeln. Ein tolles Gefühl.  Die Müdigkeit ist erst mal weg, Alle packen an und die Transporter sind recht schnell ausgeräumt. Dafür ist der Vorraum, die ehemalige Bar, komplett dicht. Es gibt noch schmale Wege, die gerade noch ein Durchkommen ermöglichen. Ich zieh mich erst mal hundefest an (Regenzeug und Gummistiefel sind da sehr praktisch – einfach drüber ziehen und fertig),  und dann geht es zu den Vierbeinern und das Refugio anschauen.  Im ersten Raum, eher ein Flur,  kommen mir ein paar kleine Fellnasen entgegen uuund  Golfo. Meine Güte was für eine Überraschung, der ganze Golfo wackelt vor lauter Freude! Im April wollte er mich noch am liebsten fressen! Und jetzt steht er vor mir, möchte gestreichelt werden und kriegt sich kaum ein vor Freude. Ich glaube, wer diesen Wandel nicht selbst erlebt hat, kann meine Begeisterung  für diesen tollen Kerl vermutlich nicht nachvollziehen. Echt schön, nun möchte ich aber gern die andern bekannten und unbekannten Nasen sehen. Einige sind echt rotzfrech und überwinden die halbe Tür, die aus dem Haus ins Außengelände führt, sehr elegant und schauen schon mal wer da noch so alles ist. Wie immer ist es etwas schwierig Türen zu passieren und darauf zu achten, dass die Hunde die drinnen bleiben sollen auch drinnen bleiben, und die Anderen eben draußen bleiben. Und dann geht die Post ab. Man wird von allen Seiten begrüßt, die meisten wollen gestreichelt werden, Andere kommen nur mal schauen, wer da kommt und ob man denn diesem Menschen trauen kann.

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Etwas gemischte Gefühle hat man wenn man Altbekannte wieder sieht. Einerseits ist die Wiedersehensfreude auf beiden Seiten groß, andererseits ist es natürlich auch Schade, dass sie noch immer nicht ihre Menschen gefunden haben. Ich finde es erstaunlich, das Einen Hunde begrüßen die man vor mehr als einem halben Jahr ein paar Stunden erlebt hat, eine solche Freude zeigen und Einen ganz offensichtlich wiedererkennen. Ganz besonders sind mir diesbezüglich Cuca, Bolena, Lago und Bani aufgefallen. Sehr lustig, war für mich persönlich, auch Paco. Nachdem ich ihn ansprach, warf er sich auf den Boden, zeigte mir seinen Bauch und schien über´s ganze Gesicht zu lachen. Er sieht unserer Allegra nicht nur sehr ähnlich, er benimmt sich auch genau wie sie, er ist halt nur ein „wenig“ größer. Es war so witzig, und als dann die Welpen und Junghunde über ihn „herfielen“, und er sehr vorsichtig mit ihnen spielte und herum balgte, hätte ich ihn am liebsten eingepackt. Mir fällt ein junger, sehr magerer Bardino (spanischer Schäferhund) auf. Als ich mich vorsichtig ihm nähere kommt eine Hündin dazu. Sie sieht ein bisschen aus wie ein über großer Australien Sheepard, sie schielt ein wenig, irgendwie niedlich und freut sich, wenn auch vorsichtig über die Aufmerksamkeit und die Streicheleinheiten. Der kleine Bardino  liegt etwas apathisch in der Sonne, lässt sich jetzt aber anfassen und streicheln, und fasst ein ganz klein wenig Vertrauen zu mir. Ich kann mir den Kleinen nun etwas genauer anschauen, sein Zustand ist nicht gut. Er hat eine dicke Rotznase, trübe, traurige Augen und ihm ist kalt. Also besorge ich ihm erst mal einen warmen Mantel. Als ich wiederkomme, freut er sich schon ein ganz klein bisschen mehr und lässt sich problemlos anziehen, auch wenn ihm das im ersten Moment wenig behagt. Ich sage noch Eva Bescheid, und der Kleine wird sofort ins Haus gebracht. Die Hündin folgt uns und Eva erklärt mir, dass es seine Mutter ist, sie passt also immer noch gut auf ihn auf, obwohl er ja eigentlich schon recht groß ist. Tolle Mama.  Die meisten Galgos waren eher zurückhaltend, und kamen erst, nachdem die anderen Hunde sich beruhigt hatten und wieder ihren „Tagesgeschäften“ nachgingen. Einige ließen sich dann auch streicheln und genossen die Aufmerksamkeit sehr, Andere fanden die fremden Menschen unheimlich und zogen sich lieber wieder zurück. Eines ist wirklich schön, die Hunde haben deutlich mehr Platz, können spielen und rennen, aber sich auch mal aus dem Weg gehen. Die Stimmung hier im neuen Refugio ist wesentlich entspannter. Was nun aber plötzlich auffällt, das ein Wirbelwind fehlt, Fuega ist nicht da. Eigentlich ist sie immer da, wo auch die Menschen sind. Mehrfach suchen wir das Gelände und die Pferdeställe ab, auch die Zäune werden kontrolliert, aber keine Fuega zu finden. Wir sind ratlos. Eva erzählt uns, dass am Samstag zuvor Jemand die Kette vom Tor zum Außengelände geknackt hat. Paco, und 2 weitere Hunde waren draußen, kamen aber auf Zuruf sofort wieder rein, alle Anderen sind drinnen geblieben, auch Fuega. Eva ruft und ruft, nichts. Wir suchen noch das Gelände um das Refugio ab, obwohl wir uns eigentlich nicht erklären können wie sie dort hingekommen sein soll, denn der Zaun ist bestimmt 2 Meter hoch. Wir sind verzweifelt. Fuega ist schon so lange im Refugio, nun hat sie endlich ihre Menschen gefunden und sollte mitkommen! Im Moment können wir leider nichts tun, so beschließen wir ins Hotel zu fahren, endlich duschen, mal lang ausstrecken und ein wenig zu schlafen. Vorher gehen wir noch ins La Parilla, was Warmes in den leeren Bauch ist ja auch nicht zu verachten. Auch hier werden wir wieder auf´s allerherzlichste begrüßt, einfach nur schön. Nun aber endlich unter die Dusche und eine Stunde Augen zu. Um 18 Uhr geht es dann in die, schön geschmückte, Innenstadt. Wir wollen uns die Kirche gerade von Innen ansehen, da fällt uns ein kleiner Streuner auf. Jule kann den Kleinen, recht schnell, überzeugen zu ihr zu kommen, und schon haben wir einen kleinen, abgemagerten, aber sehr netten Hund eingefangen. Die Spanier um uns herum finden das scheinbar ganz normal, kaum Einer der schaut, geschweige denn fragt was wir da machen. Na gut, der Ausflug in die Innenstadt ist somit beendet. Wir fahren zurück ins Refugio, und übergeben unseren Findling an Eva, die erst mal schaut ob unser Kleiner einen Chip hat. Hat er nicht also wird er zu Golfo und den Kleinen in den Zwischenraum gepackt, und wir brechen schon mal auf ins La Parilla. Nun sehe ich auch endlich Nuria wieder, und wir freuen uns wie kleine Kinder unterm Weihnachtsbaum. Isabella ist ebenfalls gekommen und es ist wieder eine sehr fröhliche und sprachlich bunt gemixte Runde. Mit lecker Essen, einem schönen Vino Tinto geht dieser Abend zu Ende, und wir fallen todmüde in die Betten.  

28.12.

Wir treffen uns um 9 Uhr, und dann geht´s in die Churria. Ich mag die Teile mit dem dünnen Schokopudding, Jan, Jule und Dominik scheinbar nicht so. Also muss ich doch mehr essen als ich eigentlich wollte, aber wer weiß wann wir das nächste Mal zu Essen kommen. Da wir ja einen Tag weniger haben, und gleich 2 Transporter fertig machen müssen, dazu noch möglichst viele Hunde fotografieren wollen . . . und wer weiß was noch Alles, kann es nicht schaden, etwas mehr im Bauch zu haben. Also dann mal los, den zweiten Transporter holen und ab zum Refugio. Es ist ziemlich kalt, aber die Sonne scheint und wir sind guter Dinge. Wenn man in Spanien unterwegs ist hält man ständig nach umherlaufenden Hunden Ausschau, ganz automatisch. Richtung Eroski unterwegs, kommt von mir „Sabine, da läuft ein schwarz Galgo“ -  „WO?“ -  „Wir sind grad vorbei, direkt an …“ -  „ Ja, ich sehe ihn“ -  „Sabine, an der Ruine sind noch drei“. Ohne weitere Worte, fährt Sabine durch den Kreisel, über den Parkplatz zurück, parken, rausspringen, nachschauen. Das erste was mir auffällt ist eine hochtragende Galga. Die müssen wir einfangen, hier draußen haben sie und ihr Nachwuchs keine Chance. Ich bin aufgeregt, diese Ruine weckt sehr gemischte Gefühle in mir. Sie scheint bei herumstreunenden Galgos sehr beliebt zu sein, was mich nicht wundert, bietet sie doch ein bisschen Schutz in dieser kargen Landschaft, und in den Mülltonnen am Eroski finden sie immer was Fressbares. Jule und Dominik holen Hundefutter, wir kramen alles an Halsbändern und Leinen raus, was wir dabei haben. Bewaffnet mit Futter und Halsbändern nähern wir uns vorsichtig den Galgos.

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Während Jule und ich uns langsam das Vertrauen erarbeiten, fängt es an in der Ruine zu bellen. Die hochtragende Galga hat so einen Hunger, dass sie fast alle Vorsicht vergisst.  Eva ruft nach Fuega, und das Gejammer in der Ruine wird lauter. Wir sind uns sicher, Fuega ist da drin! Eva hat Tränen der Wut und Hilflosigkeit in den Augen. Von weitem werden wir von ein paar Männern beobachtet, kein gutes Gefühl, aber wir bleiben ruhig und zeigen den Männern, wohl Zigeuner, aber selbst Eva kennt sie nicht,  dass wir sie gesehen haben, worauf hin sie näher kommen. Sabine und Eva rufen die Polizei, genauer die Seprona, eine Sondereinheit der Guardia Civil.  Dann plötzlich kommen die Männer, die uns bisher nur beobachtet haben und es gibt eine große Diskussion um die Hunde in der Ruine, man versichert uns, dass Fuega dort nicht drin ist. Der eine Mann ist der Bruder von dem, der die Hunde dort eingesperrt hat. Wir sollen am Nachmittag wieder kommen, dann würde er mit seinem Bruder kommen, und der würde uns dann aufschließen und uns die Hunde zeigen. Nebeneffekt, als die Zigeuner bei uns sind, kommen die vorsichtigen Galgos und lassen sich problemlos einfangen. Die tragende Galga und den Rüden dürfen wir gleich mitnehmen, Sabine winkt uns heran, um die Hunde mitzunehmen, was wir auch sofort tun. Bevor sich die Männer es noch anders überlegen fahren Jule und Dominik mit den Beiden schon mal ins Refugio. Was genau alles besprochen wird, kann ich nicht sagen, schließlich übergibt man uns nun doch noch die kleine schwarze Galga, die Gestromte wollen sie behalten, weil sie sie sooo sehr lieben. AHA . . . ? Deshalb lassen sie sie auch ganz allein bei dieser Kälte hier rum laufen! Ich versteh so was nicht und es macht mich wütend, die Kleine tut mir leid, nun ist sie ganz allein, aber das können wir jetzt leider nicht ändern. Also packen wir die kleine schwarze Galga ein, und fahren zum Refugio. Dort angekommen, klingelt Eva´s Telefon, Einer aus dem Zigeunerclan will auch noch 3 Galgos los werden, und zwar sofort. Sabine und Eva fahren wieder los, um die Galgos dort abzuholen.

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Wir packen die 3 Neuen in einen freien Raum, versorgen sie mit dem Nötigsten und vielen warmen Decken. Ich soll mich noch um 2 kleine Waisenneuzugänge kümmern, was unter diesen Bedingungen nicht ganz einfach ist. Jan fährt noch einmal los, und besorgt einen Wasserkocher, ich suche mir alles  Mögliche und Unmögliche zusammen um die Milch für die Zwerge anzurühren, und sie dann auch noch in die Hündchen zu bekommen. Luiz, einer der Helfer, sorgt für Strom, und damit für heißes Wasser, die ersten Hürden sind genommen ich habe schon mal alles zusammen. Derweil ich beschäftigt bin, fangen Jan, Jule und Dominik an die Boxen aufzubauen und im Transporter platzsparend und sicher zu verstauen.

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Meine beiden Waisenkinder haben keine Lust auf die Milch, was die Fütterung nicht gerade vereinfacht, aber pö a pö bekomme ich doch wenigstens ein bisschen Milch in die Winzlinge. Die 2 etwas größeren Waisen bekommen die restliche Milch mit Nassfutter, die haben Hunger und fressen auch. Jetzt noch die drei Kleinen von Escada, dann kann ich endlich den Anderen helfen. Unser Pflegi Escandalo ist der Papa von den Kleinen, und ich bin natürlich sehr gespannt und voller Vorfreude. Mir kommen nur 2 Welpen entgegen gewackelt, wo ist der Dritte? Ich finde ihn ganz hinten in der Box, er atmet noch, aber er hebt nicht mal den Kopf. Als ich ihn heraushole merke ich wie wenig Leben nur noch in ihm steckt, hier kann ich ihn nicht lassen. Ich packe mir den kleinen Kerl unter meine Jacke, und gehe mit ihm nach draußen in die Sonne. Mir laufen die Tränen übers Gesicht, leider kann ich nicht mehr für ihn tun, als ihn im Arm zu halten. Kurze Zeit später stirbt er. Er war der Schwächste…Es kommt selten vor, aber in diesem Moment wusste ich nicht was ich tun soll.  Ich stand einfach nur da und heulte vor mich hin. Schließlich wickelte ich ihn in ein Handtuch und legte ihn auf Eva´s Auto. Plötzlich kommen Sabine und Eva im Transporter angeschossen, „Hast du Fuega gesehen?“. Isabella hat Fuega wohl außerhalb des Refugios gesichtet und Eva angerufen, aber alle Suche ist vergebens, wir finden sie nicht. Vielleicht war es ein anderer schwarzer Galgo, hier laufen so viele allein herum. Denn, wenn es Fuega gewesen wäre, wäre sie auf Eva´s Rufe auf jeden Fall gekommen, denn Fuega liebt Eva. Es hilft nichts, die Zeit vergeht wie im Flug, und wir müssen noch die Transporter fertig machen. So ist das in Spanien, Freud und Leid liegen so dicht beieinander und die Zeit ist immer viel zu kurz. Aber wir haben heute sozusagen schon 6 Galgos, + x ungeborene Welpen, gerettet. Und da klingelt auch schon wieder Eva´s Telefon, eine junge Frau hat eine weiße Galga eingefangen und weiß nicht wohin mit ihr. So macht sich Eva auf den Weg um Galgo Nummer 7 abzuholen, was für ein Tag! Es ist bereits dunkel als wir endlich die Transporter fertig haben, für neue Fotos blieb leider keine Zeit. Ich gehe noch einmal ins Refugio, denn ich möchte noch nach dem jungen Bardino schauen. Er überrascht mich, denn er springt aus seiner Box und kommt mir vorsichtig wedelnd entgegen. Schön dass es ihm heute schon besser geht, und er mir nach so kurzer Zeit schon sein Vertrauen schenkt, dass treibt mir wieder ein paar Tränen in die Augen, dies mal aber vor Freude. Alle haben mega- Hunger, denn es ist schon weit nach 8 als wir im La Parilla ankommen. Heut Abend ist auch Jose´ Luis, der Tierarzt, da. Ich habe Schwierigkeiten den Unterhaltungen zu folgen, es wird viel spanisch gesprochen, Sabine scheint etwas mit ihm zu  verhandeln, die beiden sind ernst und schauen immer wieder zu Eva, die hier und da nickt. Wir anderen diskutieren, lachen und  haben wirklich gut und reichlich gegessen .

Foto3

Irgendwann ich bin irgendwann einfach nur noch müde. Morgen geht es ja schon wieder zurück und so fällt der Abend relativ kurz aus, denn Alle wollen noch möglichst viel schlafen.

29.12. + 30.12.

Wir treffen uns wieder um 9 Uhr, beschließen auf Frühstück zu verzichten und gleich zum Refugio zu fahren um die letzten Vorbereitungen zu treffen. Da wir eh noch einkaufen müssen wird dann eben auch noch Frühstück geholt. Diesmal laufen keine Hunde an der Straße rum, gut so, denn heute haben wir wirklich keine Zeit. Jan verzurrt die letzten Boxen, ich kümmer mich um die Ausstattung, dicke Decken Wassernäpfe und Wasser. Danach fahren wir Zwei zum Eroski und kaufen unsere Bordverpflegung, Wasser für die Hunde und Alles was wir für unsere Lieben zu Hause noch brauchen. Als wir am Refugio zurück sind, stehen schon viele Autos vor der Tür. Viele Helfer sind gekommen um die Hunde zu verladen und sich von ihnen zu verabschieden. Auch von anderen Refugien werden noch Hunde zum Transport gebracht. Eva schickt mich mit dem Tierarzt los, er soll sich die Welpen von Escada ansehen, die Waisen und er soll die tragende Galga beurteilen. Alles ist, soweit, gut! Gott sei Dank.  Anschließend hilft er alle Hunde noch einmal mit einem Spot on gegen Parasiten zu versorgen.  Danach bekommt jeder ein passendes Mäntelchen und Halsband, und ehe er sich versieht sitz er/sie auch schon in der vorgesehenen Transportbox. Bald sind alle Hunde verladen und wir schauen noch ein Mal ob auch alles passt. Türen richtig zu, ausreichend Wasser, vertragen sich auch alle? Alles OK! Unsere letzten Sachen noch ins Auto, und dann müssen wir uns auch schon von Allen verabschieden. Noch bevor die Tränchen rollen können, fahren wir, fast pünktlich los. Diesmal fahre ich im zweiten Transporter mit Jule und Dominik. Bis Hamburg sind es 2700 Kilometer, auf geht´s!!!! Wir haben gutes Wetter, gute Laune und die Hunde sind auch gut drauf. Nach einer Stunde gibt es einen kurzen Stopp, zwei Hunde werden umquartiert, danach geht es sofort weiter. Wir halten nur um zu tanken und nach den Hunden zu schauen. Alles läuft super, das hatte ich mir wesentlich schlimmer vorgestellt, auch von der Geruchsbelästigung her. Aber wahrscheinlich riecht man es irgendwann einfach nicht mehr. Irgendwann in Frankreich verkrieche ich mich in den Schlafsack auf der Ladefläche und schlafe ein paar Stunden erstaunlich gut. Pünktlich in Deutschland bin ich wieder wach. Wir verabschieden uns an der Tankstelle, denn wir dürfen bis Kerpen durchfahren, während Sabine und Jan sowohl hier als auch in Karlsruhe Hunde übergeben. Die Anfahrt auf Gaby´s Hof ist nicht ganz einfach, wenn man dort noch nie war, denn das Navi ist komplett ahnungslos. Aber wir sind ja trotz Übermüdung nicht ganz doof, und lassen uns von Gaby bei einer Fastfoodkette abholen. Wir werden sehnsüchtig erwartet. Alle sind ganz aufgeregt, aber ich bekomme ehrlich gesagt nicht viel davon mit. Wir geben die Hunde heraus, versuchen mit den vielen Welpennamen nicht durcheinander zu kommen, aber bei Einigen fällt mir der Name gar nicht erst ein . . . aber egal Hauptsache gesund, mit Leine und Halsband versehen ab in die Reithalle, damit sie sich endlich bewegen können.  Den einzigen den ich bewusst wahrnehme ist Coto. Ein kleines Mädchen drückt mir ein Halsband in die Hand, Hinter mir erfreute, hoch aufgeregte Stimmen, „Da ist er ja der Kleine, ist der süß!“ – Freude pur. Ich übergebe den Kleinen und schaue in strahlende Gesichter. Einfach nur schön. Aber es warten noch mehr Hunde darauf auszusteigen. Als auch Das erledigt ist werde ich von Gaby gleich zu Iris in einen kleinen Raum neben der Reithalle geschickt, erst mal essen und einen Kaffee. Danke Iris es war sehr lecker! Die Stimmung ist toll, überall strahlende Gesichter. Die Welpen und Junghunde toben durch die Reithalle, als wären sie hier zu Hause. Die Hunde und wir haben den Transport gut weggesteckt. Ich staune ein bisschen über mich selbst, das habe ich nicht zu hoffen gewagt. Dann kommen Sabine und Jan, und es wird noch einmal trubelig. Ich kümmere mich um Adoptanten und Pflegestellen beantworte unzählige Fragen und bin einfach nur glücklich. Eine besondere Freude für mich ist es dann noch den Vertrag mit Familie Kessel zu machen. Den kleinen Coto habe ich vermittelt, übergeben können und nun auch noch die Familie persönlich kennenlernen dürfen. So, nun müssen wir aber weiter. Nicht nur die Hunde die noch weiter müssen werden verladen, nein auch Futterspenden, Decken und Anderes können wir einladen. „Nach der Tour, ist vor der Tour!“ Danke schön! Die Weiterfahrt nach Lotte verläuft auch ohne Probleme. Für den Endspurt leihe ich mir ein CD von Sabine – Enrique Bunbury - , denn zu meinem eigenen Erstaunen mag ich die meisten Lieder doch! Die Ankunft in Lotte ist überwältigend, viele Autos parken am Straßenrand, aber für unseren Transporter wurde direkt vor dem Tor Platz gelassen. Nachdem wir alle wieder auf´s herzlichste begrüßt wurden und die Hunde ausgeladen haben, hole ich mir einen Kaffee und genieße ein paar Minuten Pause und Ruhe. Da wir noch weiter müssen, wird unser Transporter fast komplett, was mit vielen helfenden Händen auch schnell erledigt ist. Einige Boxen müssen neu gesichert werden, denn ein paar Hunde werden uns noch begleiten. Neben Mia, Cipri, Colombo, Anselmo, Federico und Calcentines, kommt auch noch Ramiro mit, denn seine neue Familie wohnt in der Nähe von Flensburg, das passt ja gut. Ich helfe Sabine noch ein paar Verträge fertig zu machen, ein paar Dinge müssen auch noch besprochen werden, bevor Jule und ich uns dann auf den Weg nach Hamburg machen. Jan hat eine super Mitfahrgelegenheit gefunden und muss sich von uns verabschieden. Danke Jan, du warst/ bist Klasse. Auch vielen Dank an Dominik, du hast uns echt aus der Patsche geholfen. Auch wir müssen nun los, Hunde ins Auto, verabschiede, und los. Hamburg wir kommen! Kurz nach 20 Uhr kommen wir bei mir vor der Haustür an, alle warten schon im Garten und helfen die Hunde auszuladen und den Transporter leer zu machen. Sogar Kaffee steht schon bereit, ist das schön! Nun muss ich aber erst einmal rein, meine vierbeinige Familie begrüßen. Die Vier freuen sich, dass ich wieder da bin und kriegen sich kaum wieder ein. Am meisten lachen muss ich über unsere Ex-Spanier, die beschnüffeln mich von oben bis unten und hören sich dabei echt merkwürdig an, ein bisschen wie schnaubende Pferde. Bevor sie mich wegschnüffeln, gehe ich raus, helfe Frank die Hunde einzupacken, die nun noch bis nach Nordfriesland weiter müssen. Dominik ist uns nachgefahren und bringt nun noch Jule mit Mia und Cipri nach Hause. Vielen Dank Jule, für deine Hilfe und das Wachhalten, Erzählen, Essen und Getränke Reichen und vieles Mehr! Ich staune wieder wie schnell Alles gehen kann, wenn viele mit anpacken.  Wir machen unser Rudel mit Calcentines bekannt, alles super, alle entspannt. Unser Neuer scheint Häuser auch schon von Innen zu kennen. Er geht problemlos rein, versucht noch nicht einmal zu markieren und sucht sich einen weichen Platz (nachdem er etwas gefressen hat) und schläft. Ich werde verwöhnt, bekomme was leckeres zu Essen und einen Glühwein und erzähle die halbe Nacht von Spanien.

Ein ganz großes DANKE SCHÖN, an alle Spender, Helfer, Pflegestellen, Adoptanten, an meine Mitfahrer, an unser Telefonzentrale, meine tolle Familie und natürlich ganz besonders Sabine, sowie Eva und Nuria, an all die anderen Helferinnen und Helfer in Spanien, ohne euch Alle könnten wir den Hunden nicht helfen ein Hundewertes Leben zu führen. DANKE

Erwähnen möchte ich zum Schluss noch einen Menschen, der mich besonders beeindruckt hat. Carmelo, ein junger Spanier, der seit ein paar Wochen im Refugio hilft. Er ist arbeitslos geworden und stand eine Tages vor dem Refugio, mit der Bitte helfen zu dürfen. Das Allein ist schon mega Klasse, aber Carmelo hat eine Hunde – und Katzenhaarallergie!!!!!! So bindet er sich täglich ein Tuch vor Nase und Mund zieht sich Handschuhe an, (die Hunde haben sich daran gewöhnt) und macht dann den Außenbereich sauber.  Zwischendurch spielt er mit den Hunden, sorgt hier und da mal für Ruhe und hat Spaß. Grazias Carmelo

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Allen die es bis hierher geschafft haben zu lesen, es war für mich ein ganz besonderes Erlebnis, und ich würde, wenn es die Umstände zulassen wieder Fahren.

 

Eure tiefbeeindruckte und sehr glückliche Christina