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Montag, den 16. Januar 2012 um 21:37 Uhr |
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Die 11. Tour
Die Aufregung und Vorfreude beginnt, für mich, am 08.12.11, weil Alexandra nun doch nicht fahren kann, braucht Sabine dringend Mitfahrer. Ich war ja nun zu Ostern in Spanien, allerdings mit dem Flieger, und es war, schön, beeindruckend, aufregend und ganz schön anstrengend. Meine bisherigen Überlegungen mal die Tour mit zu fahren endeten für mich immer mit einem traurigen NEIN. Lars ist zwar nun schon mehrmals mitgefahren und weiß, wie anstrengend das ist, und mein Gesundheitszustand ist . . . , nun ja, nicht der allerbeste. Aber ich habe diesen Traum und Wunsch, und ich bin ein Kämpfer, ich will es unbedingt, auch wenn ich im Anschluss eine Woche schlafen und mich erholen muss.
Also, Sabine braucht Mitfahrer, ich möchte, und kann mir einen Herzenzwunsch erfüllen, die Kinder haben bis 06.01.12 Ferien, und mir geht es nach diesem Sch…jahr endlich wieder viel besser. Dazu kommt die Zahl 11 ist meine absolute Glückszahl, was soll da noch schief gehen?!
SPANIEN ICH KOMME
Die Vorfreude ertrinkt in Sorgen, Sorge um Eva und die Hunde. Das Refugio ist rappelvoll, jeden Tag kommen neue Hunde, die Futterkosten explodieren, denn in Tomelloso ist es schon sehr kalt, und die vielen Hunde brauchen nun auch viel mehr Futter als unsere Wohnungshunde, um sich gegen die Kälte zu schützen. Dazu kommt, dass uns noch immer ein dritter Fahrer fehlt. Die Liste der Hunde die adoptiert sind, oder eine Pflegestelle bekommen können wird lang und länger. Gut für die Nasen und auch für Eva und das Refugio, aber Stress pur für Sabine. Wir brauchen nun noch einen zweiten Transporter, und natürlich noch mehr Fahrer. Einen zweiten Transporter bekommen wir hier in Hamburg, für mich persönlich ja prima. Sabine setzt Himmel und Hölle in Bewegung, aber Jeder der sich bereit erklärt zu fahren, muss seine Zusage leider schweren Herzens wieder zurückziehen. Es ist zum Verzweifeln, die Nerven liegen blank, aber auf der „letzten Minute“ kehrt das Glück, in Form von 3 Fahrern, ein. Endlich steht die Tour!!!!! Zwei Tage bevor es los geht!!!!! Was für eine wilde Achterbahnfahrt!!!!
Mitfahren werden jetzt: Jule - eine Angestellte aus Sinas Pension, Jan - Adoptivpapa von Yuka, und Dominik - der Schwager von Kay, Ich und natürlich Sabine.
24.12.
Lars und ich holen den Transporter, bauen schon mal die Rückwand aus und die Spenden werden auch schon verladen. Oh, ich kann mich in meinem Arbeitszimmer wieder bewegen, auch mal wieder schön. Endlich mal zur Ruhe kommen und noch einmal durchatmen, wir genießen den Weihnachtsabend und haben viel Spaß miteinander.
25.12.
Morgens noch mal mit den Nasen zum Auslauf, dann die restlichen Sachen in den Transporter. Sch… Valienteo hat sich durch die Gartenpforte gedrängelt, mir rutscht das Herz in die Füße. Hund einfangen steht heute wirklich nicht auf der Tagesordnung. Im nächsten Moment brech ich fasst zusammen, allerdings vor Lachen. Valieneto steht mitten im Transporter und will unbedingt mit mir mit. Aber nicht er soll mit, sondern Carmello. Kurz darauf kommt nun auch Jule, sie bringt Negra mit. Unsere 2 Vierbeiner müssen in ihre Boxen, was Negra überhaupt nicht passt, aber alles Zetern nützt ihr nix, schließlich soll sie heil in ihrer neuen Familie ankommen. Bei Bremen sammeln wir dann noch Jan ein, und kommen nachmittags in Lotte an. Natürlich werden wir schon sehnsüchtig erwartet. Nach großem Hallo und vielen Umarmungen, können wir Negra an ihre neue Besitzerin übergeben, immer wieder ein schöner Moment. Nachdem wir uns mit Kaffee und Kuchen ordentlich gestärkt haben, heißt es nun die Transporter fertig zu machen. Transportboxen, Futterspenden, eine Holzhundehütte, und mehrere große Faltboxen, dazu jede Menge warme Decken und Mäntel, Medikamente, und die 4 neuen Heizlüfter, sowie 2 weitere elektrische Heizkörper werden verstaut und von Jan bestmöglich gesichert. Vielen Herzlichen Dank an dieser Stelle allen Spendern und an die fleißigen Näherinnen. Einen Großteil dieser Spenden verdanken wir unserer unermüdliche Pflegestelle Maria und ihrer Familie. Viele der Mäntel haben uns die fleißigen Mitglieder der „Windhundcommunity“ beschert… toll und vielen vielen Dank auch dafür! Auch die Schlafplätze für uns werden soweit vorbereitet, Kissen und Wolldecken verstaut, schließlich müssen wir ja auch an unser Wohlergehen denken. Auch für Carmellos Box bleibt noch ein Platz, denn er soll ja Morgen noch an seine neuen Besitzer übergeben werden – mein Kleiner. Der Abend ist erfüllt mit vielen Gesprächen, Anekdoten über unsere Hunde und Pflegehunde. Wir lernen uns schon mal ein wenig kennen und genießen das leckere Essen von Sabine. Carmen und Mike kümmern sich um unsere Schlafplätze, während Sabine noch viel telefoniert und die letzten Verträge vorbereitet. Und natürlich kommen wir viel später in die Betten als wir es vor hatten, aber auch das ist normal. Das wird uns auch die gesamte Tour über begleiten: ein Plan ist gut, aber Flexibilität ist genauso wichtig.
26.12. + 27.12.
Carmello war die Nacht über sehr unruhig, und so überhöre ich mein Handy, und erscheine als Letzter auf der Bildfläche. Ausgerechnet ich, wo ich sonst immer eine der Ersten bin, peinlich. Aber egal, war ja noch nicht zu spät. Nachdem die Hunde gefrühstückt haben, machen auch wir uns über lecker Brötchen, Wurst, Käse und Marmelade her, dazu noch heißer Kaffee, was will man mehr. Maik und Carmen kümmern sich um unsere Bordverpflegung, während wir die letzten Sachen zusammen sammeln, und Sabine noch immer telefoniert. Schnell machen wir noch die Abholerliste fertig, und dann brechen wir, fast pünktlich, auf. Mein Kleiner muss in seine Box, sonst kann er beim Autofahren immer rausschauen, auf den Luxus muss er jetzt verzichten. Aber wie Carmello halt so ist, nutzt er die Zeit um den in der Nacht versäumten Schlaf nachzuholen. Sabine und ich fahren den ersten Transporter, Jan, Jule und Dominik den Zweiten. Wir kommen gut voran und sind am Nachmittag in Bendorf, bei Koblenz, wo noch reichlich Spenden auf uns warten. Unglaublich viele Spenden, genauer gesagt, gesammelt von dem Verein „Angels for dog e.V. und uns zur Verfügung gestellt von Linda Pelzer. Sabine weiß gar nicht mehr, was sie sagen soll, beide Transporter sind komplett voll! So macht das alles wieder Spaß, wenn Tierschutz auch so funktioniert, dass alle einander helfen. Viel dafür getan hat auch Christa Schmitz von der Organisation „Hilfe vor Ort Spanien“. Ich hab mich erst mal um Carmello gekümmert, während die Anderen bereits anfingen die vielen, vielen Spenden im Transporter zu verstauen. Unglaublich . . . . aber der Transporter wurde so voll, das wir beschlossen, Carmellos Box auseinander zu bauen, wir brauchten den Platz. Auch in Sabines Transporter wurden noch einige Säcke gestopft, muss man schon sagen. Einfach Wahnsinn wie viele lieben Menschen an unsere Hunde denken und uns helfen zu helfen. Vielen, vielen herzlichen Dank dafür! Wir mussten/wollten weiter. Nächster Stopp Breisgau, Carmello kommt zu mir auf den Schoß, und genießt es sichtlich, und ich kann noch ein wenig mit ihm kuscheln, bevor ich mich von ihm trennen muss. Nun war es mal wieder soweit, die Adoptanten kamen, und das erste was mir durch den Kopf geht, na die passen aber gut zu meinem Kleinen. Eher ruhige Leute, neugierig, wahnsinnig aufgeregt und sehr nett. Während Sabine den Papierkram erledigt, gehe ich ein Stück mit der Frau und Carmello (damit ihm nicht so kalt wird). Sie hat viele Fragen, immer schon ein gutes Zeichen, wir reden und reden, dann wird es Zeit für uns zu Fahren. Es liegt ja noch einiges an Autobahnkilometern vor uns. Für mich muss es dann immer schnell gehen, die Familie verabschieden, Carmello Tschüß sagen und weg. Nun ist es erst mal ein bisschen ruhig im Auto, aber so langsam kommt die Vorfreude auf Spanien zurück, und mir geht es wieder besser. Frankreich, wie immer bei Nacht, und gegen 4 Uhr sind wir schon in Spanien. Nun immer an der Küste entlang, vorbei an Barcelona in Richtung Valencia, dann „abbiegen“ ins Binnenland, nur noch 300 Kilometer. Wir haben strahlenden Sonnenschein, die Farben leuchten in allen braun, rot und grün Tönen, es ist herrlich. Mir geht es erstaunlich gut, das kommt bestimmt von den vielen Endorphinen im Blut. Ich bin so voller Freude und Vorfreude, so überglücklich dabei sein zu dürfen und mir diesen Traum verwirklichen zu können. Eva, Nuria, das Refugio, die Hunde, und die La Mancha eben, mit Tomelloso, dem La Parilla und dem wunderbaren Hostal de Violeta. Wenn man auf die Hochebene in der La Mancha fährt, stellt man sich unweigerlich vor, wie die Galgos dort rennen und ihre Arbeit tun. Diese Weite, bis zum Horizont . . . und noch viel weiter.
Nach genau 24 Stunden Fahrzeit kommen wir am Refugio an. Da das Refugio direkt an der Autobahn liegt und Eva uns schon erwartet und aufgeregt winkt, als sie unseren Wagen erkennt, startet Sabine ein sehr schönes Hupkonzert, und wir lachen um die Wette und können nun kaum noch stillsitzen. Die Begrüßung ist so herzlich, es ist ein Stück wie . . . nach Hause kommen. Es gibt ganz viele Umarmungen und noch viel mehr Küsschen rechts und Küsschen links. Wir öffnen die Transporter und Eva ist sprachlos, hat Tränchen in den Augen und muss uns Alle gleich noch einmal knuddeln. Ein tolles Gefühl. Die Müdigkeit ist erst mal weg, Alle packen an und die Transporter sind recht schnell ausgeräumt. Dafür ist der Vorraum, die ehemalige Bar, komplett dicht. Es gibt noch schmale Wege, die gerade noch ein Durchkommen ermöglichen. Ich zieh mich erst mal hundefest an (Regenzeug und Gummistiefel sind da sehr praktisch – einfach drüber ziehen und fertig), und dann geht es zu den Vierbeinern und das Refugio anschauen. Im ersten Raum, eher ein Flur, kommen mir ein paar kleine Fellnasen entgegen uuund Golfo. Meine Güte was für eine Überraschung, der ganze Golfo wackelt vor lauter Freude! Im April wollte er mich noch am liebsten fressen! Und jetzt steht er vor mir, möchte gestreichelt werden und kriegt sich kaum ein vor Freude. Ich glaube, wer diesen Wandel nicht selbst erlebt hat, kann meine Begeisterung für diesen tollen Kerl vermutlich nicht nachvollziehen. Echt schön, nun möchte ich aber gern die andern bekannten und unbekannten Nasen sehen. Einige sind echt rotzfrech und überwinden die halbe Tür, die aus dem Haus ins Außengelände führt, sehr elegant und schauen schon mal wer da noch so alles ist. Wie immer ist es etwas schwierig Türen zu passieren und darauf zu achten, dass die Hunde die drinnen bleiben sollen auch drinnen bleiben, und die Anderen eben draußen bleiben. Und dann geht die Post ab. Man wird von allen Seiten begrüßt, die meisten wollen gestreichelt werden, Andere kommen nur mal schauen, wer da kommt und ob man denn diesem Menschen trauen kann.

Etwas gemischte Gefühle hat man wenn man Altbekannte wieder sieht. Einerseits ist die Wiedersehensfreude auf beiden Seiten groß, andererseits ist es natürlich auch Schade, dass sie noch immer nicht ihre Menschen gefunden haben. Ich finde es erstaunlich, das Einen Hunde begrüßen die man vor mehr als einem halben Jahr ein paar Stunden erlebt hat, eine solche Freude zeigen und Einen ganz offensichtlich wiedererkennen. Ganz besonders sind mir diesbezüglich Cuca, Bolena, Lago und Bani aufgefallen. Sehr lustig, war für mich persönlich, auch Paco. Nachdem ich ihn ansprach, warf er sich auf den Boden, zeigte mir seinen Bauch und schien über´s ganze Gesicht zu lachen. Er sieht unserer Allegra nicht nur sehr ähnlich, er benimmt sich auch genau wie sie, er ist halt nur ein „wenig“ größer. Es war so witzig, und als dann die Welpen und Junghunde über ihn „herfielen“, und er sehr vorsichtig mit ihnen spielte und herum balgte, hätte ich ihn am liebsten eingepackt. Mir fällt ein junger, sehr magerer Bardino (spanischer Schäferhund) auf. Als ich mich vorsichtig ihm nähere kommt eine Hündin dazu. Sie sieht ein bisschen aus wie ein über großer Australien Sheepard, sie schielt ein wenig, irgendwie niedlich und freut sich, wenn auch vorsichtig über die Aufmerksamkeit und die Streicheleinheiten. Der kleine Bardino liegt etwas apathisch in der Sonne, lässt sich jetzt aber anfassen und streicheln, und fasst ein ganz klein wenig Vertrauen zu mir. Ich kann mir den Kleinen nun etwas genauer anschauen, sein Zustand ist nicht gut. Er hat eine dicke Rotznase, trübe, traurige Augen und ihm ist kalt. Also besorge ich ihm erst mal einen warmen Mantel. Als ich wiederkomme, freut er sich schon ein ganz klein bisschen mehr und lässt sich problemlos anziehen, auch wenn ihm das im ersten Moment wenig behagt. Ich sage noch Eva Bescheid, und der Kleine wird sofort ins Haus gebracht. Die Hündin folgt uns und Eva erklärt mir, dass es seine Mutter ist, sie passt also immer noch gut auf ihn auf, obwohl er ja eigentlich schon recht groß ist. Tolle Mama. Die meisten Galgos waren eher zurückhaltend, und kamen erst, nachdem die anderen Hunde sich beruhigt hatten und wieder ihren „Tagesgeschäften“ nachgingen. Einige ließen sich dann auch streicheln und genossen die Aufmerksamkeit sehr, Andere fanden die fremden Menschen unheimlich und zogen sich lieber wieder zurück. Eines ist wirklich schön, die Hunde haben deutlich mehr Platz, können spielen und rennen, aber sich auch mal aus dem Weg gehen. Die Stimmung hier im neuen Refugio ist wesentlich entspannter. Was nun aber plötzlich auffällt, das ein Wirbelwind fehlt, Fuega ist nicht da. Eigentlich ist sie immer da, wo auch die Menschen sind. Mehrfach suchen wir das Gelände und die Pferdeställe ab, auch die Zäune werden kontrolliert, aber keine Fuega zu finden. Wir sind ratlos. Eva erzählt uns, dass am Samstag zuvor Jemand die Kette vom Tor zum Außengelände geknackt hat. Paco, und 2 weitere Hunde waren draußen, kamen aber auf Zuruf sofort wieder rein, alle Anderen sind drinnen geblieben, auch Fuega. Eva ruft und ruft, nichts. Wir suchen noch das Gelände um das Refugio ab, obwohl wir uns eigentlich nicht erklären können wie sie dort hingekommen sein soll, denn der Zaun ist bestimmt 2 Meter hoch. Wir sind verzweifelt. Fuega ist schon so lange im Refugio, nun hat sie endlich ihre Menschen gefunden und sollte mitkommen! Im Moment können wir leider nichts tun, so beschließen wir ins Hotel zu fahren, endlich duschen, mal lang ausstrecken und ein wenig zu schlafen. Vorher gehen wir noch ins La Parilla, was Warmes in den leeren Bauch ist ja auch nicht zu verachten. Auch hier werden wir wieder auf´s allerherzlichste begrüßt, einfach nur schön. Nun aber endlich unter die Dusche und eine Stunde Augen zu. Um 18 Uhr geht es dann in die, schön geschmückte, Innenstadt. Wir wollen uns die Kirche gerade von Innen ansehen, da fällt uns ein kleiner Streuner auf. Jule kann den Kleinen, recht schnell, überzeugen zu ihr zu kommen, und schon haben wir einen kleinen, abgemagerten, aber sehr netten Hund eingefangen. Die Spanier um uns herum finden das scheinbar ganz normal, kaum Einer der schaut, geschweige denn fragt was wir da machen. Na gut, der Ausflug in die Innenstadt ist somit beendet. Wir fahren zurück ins Refugio, und übergeben unseren Findling an Eva, die erst mal schaut ob unser Kleiner einen Chip hat. Hat er nicht also wird er zu Golfo und den Kleinen in den Zwischenraum gepackt, und wir brechen schon mal auf ins La Parilla. Nun sehe ich auch endlich Nuria wieder, und wir freuen uns wie kleine Kinder unterm Weihnachtsbaum. Isabella ist ebenfalls gekommen und es ist wieder eine sehr fröhliche und sprachlich bunt gemixte Runde. Mit lecker Essen, einem schönen Vino Tinto geht dieser Abend zu Ende, und wir fallen todmüde in die Betten.
28.12.
Wir treffen uns um 9 Uhr, und dann geht´s in die Churria. Ich mag die Teile mit dem dünnen Schokopudding, Jan, Jule und Dominik scheinbar nicht so. Also muss ich doch mehr essen als ich eigentlich wollte, aber wer weiß wann wir das nächste Mal zu Essen kommen. Da wir ja einen Tag weniger haben, und gleich 2 Transporter fertig machen müssen, dazu noch möglichst viele Hunde fotografieren wollen . . . und wer weiß was noch Alles, kann es nicht schaden, etwas mehr im Bauch zu haben. Also dann mal los, den zweiten Transporter holen und ab zum Refugio. Es ist ziemlich kalt, aber die Sonne scheint und wir sind guter Dinge. Wenn man in Spanien unterwegs ist hält man ständig nach umherlaufenden Hunden Ausschau, ganz automatisch. Richtung Eroski unterwegs, kommt von mir „Sabine, da läuft ein schwarz Galgo“ - „WO?“ - „Wir sind grad vorbei, direkt an …“ - „ Ja, ich sehe ihn“ - „Sabine, an der Ruine sind noch drei“. Ohne weitere Worte, fährt Sabine durch den Kreisel, über den Parkplatz zurück, parken, rausspringen, nachschauen. Das erste was mir auffällt ist eine hochtragende Galga. Die müssen wir einfangen, hier draußen haben sie und ihr Nachwuchs keine Chance. Ich bin aufgeregt, diese Ruine weckt sehr gemischte Gefühle in mir. Sie scheint bei herumstreunenden Galgos sehr beliebt zu sein, was mich nicht wundert, bietet sie doch ein bisschen Schutz in dieser kargen Landschaft, und in den Mülltonnen am Eroski finden sie immer was Fressbares. Jule und Dominik holen Hundefutter, wir kramen alles an Halsbändern und Leinen raus, was wir dabei haben. Bewaffnet mit Futter und Halsbändern nähern wir uns vorsichtig den Galgos.

Während Jule und ich uns langsam das Vertrauen erarbeiten, fängt es an in der Ruine zu bellen. Die hochtragende Galga hat so einen Hunger, dass sie fast alle Vorsicht vergisst. Eva ruft nach Fuega, und das Gejammer in der Ruine wird lauter. Wir sind uns sicher, Fuega ist da drin! Eva hat Tränen der Wut und Hilflosigkeit in den Augen. Von weitem werden wir von ein paar Männern beobachtet, kein gutes Gefühl, aber wir bleiben ruhig und zeigen den Männern, wohl Zigeuner, aber selbst Eva kennt sie nicht, dass wir sie gesehen haben, worauf hin sie näher kommen. Sabine und Eva rufen die Polizei, genauer die Seprona, eine Sondereinheit der Guardia Civil. Dann plötzlich kommen die Männer, die uns bisher nur beobachtet haben und es gibt eine große Diskussion um die Hunde in der Ruine, man versichert uns, dass Fuega dort nicht drin ist. Der eine Mann ist der Bruder von dem, der die Hunde dort eingesperrt hat. Wir sollen am Nachmittag wieder kommen, dann würde er mit seinem Bruder kommen, und der würde uns dann aufschließen und uns die Hunde zeigen. Nebeneffekt, als die Zigeuner bei uns sind, kommen die vorsichtigen Galgos und lassen sich problemlos einfangen. Die tragende Galga und den Rüden dürfen wir gleich mitnehmen, Sabine winkt uns heran, um die Hunde mitzunehmen, was wir auch sofort tun. Bevor sich die Männer es noch anders überlegen fahren Jule und Dominik mit den Beiden schon mal ins Refugio. Was genau alles besprochen wird, kann ich nicht sagen, schließlich übergibt man uns nun doch noch die kleine schwarze Galga, die Gestromte wollen sie behalten, weil sie sie sooo sehr lieben. AHA . . . ? Deshalb lassen sie sie auch ganz allein bei dieser Kälte hier rum laufen! Ich versteh so was nicht und es macht mich wütend, die Kleine tut mir leid, nun ist sie ganz allein, aber das können wir jetzt leider nicht ändern. Also packen wir die kleine schwarze Galga ein, und fahren zum Refugio. Dort angekommen, klingelt Eva´s Telefon, Einer aus dem Zigeunerclan will auch noch 3 Galgos los werden, und zwar sofort. Sabine und Eva fahren wieder los, um die Galgos dort abzuholen.

Wir packen die 3 Neuen in einen freien Raum, versorgen sie mit dem Nötigsten und vielen warmen Decken. Ich soll mich noch um 2 kleine Waisenneuzugänge kümmern, was unter diesen Bedingungen nicht ganz einfach ist. Jan fährt noch einmal los, und besorgt einen Wasserkocher, ich suche mir alles Mögliche und Unmögliche zusammen um die Milch für die Zwerge anzurühren, und sie dann auch noch in die Hündchen zu bekommen. Luiz, einer der Helfer, sorgt für Strom, und damit für heißes Wasser, die ersten Hürden sind genommen ich habe schon mal alles zusammen. Derweil ich beschäftigt bin, fangen Jan, Jule und Dominik an die Boxen aufzubauen und im Transporter platzsparend und sicher zu verstauen.

Meine beiden Waisenkinder haben keine Lust auf die Milch, was die Fütterung nicht gerade vereinfacht, aber pö a pö bekomme ich doch wenigstens ein bisschen Milch in die Winzlinge. Die 2 etwas größeren Waisen bekommen die restliche Milch mit Nassfutter, die haben Hunger und fressen auch. Jetzt noch die drei Kleinen von Escada, dann kann ich endlich den Anderen helfen. Unser Pflegi Escandalo ist der Papa von den Kleinen, und ich bin natürlich sehr gespannt und voller Vorfreude. Mir kommen nur 2 Welpen entgegen gewackelt, wo ist der Dritte? Ich finde ihn ganz hinten in der Box, er atmet noch, aber er hebt nicht mal den Kopf. Als ich ihn heraushole merke ich wie wenig Leben nur noch in ihm steckt, hier kann ich ihn nicht lassen. Ich packe mir den kleinen Kerl unter meine Jacke, und gehe mit ihm nach draußen in die Sonne. Mir laufen die Tränen übers Gesicht, leider kann ich nicht mehr für ihn tun, als ihn im Arm zu halten. Kurze Zeit später stirbt er. Er war der Schwächste…Es kommt selten vor, aber in diesem Moment wusste ich nicht was ich tun soll. Ich stand einfach nur da und heulte vor mich hin. Schließlich wickelte ich ihn in ein Handtuch und legte ihn auf Eva´s Auto. Plötzlich kommen Sabine und Eva im Transporter angeschossen, „Hast du Fuega gesehen?“. Isabella hat Fuega wohl außerhalb des Refugios gesichtet und Eva angerufen, aber alle Suche ist vergebens, wir finden sie nicht. Vielleicht war es ein anderer schwarzer Galgo, hier laufen so viele allein herum. Denn, wenn es Fuega gewesen wäre, wäre sie auf Eva´s Rufe auf jeden Fall gekommen, denn Fuega liebt Eva. Es hilft nichts, die Zeit vergeht wie im Flug, und wir müssen noch die Transporter fertig machen. So ist das in Spanien, Freud und Leid liegen so dicht beieinander und die Zeit ist immer viel zu kurz. Aber wir haben heute sozusagen schon 6 Galgos, + x ungeborene Welpen, gerettet. Und da klingelt auch schon wieder Eva´s Telefon, eine junge Frau hat eine weiße Galga eingefangen und weiß nicht wohin mit ihr. So macht sich Eva auf den Weg um Galgo Nummer 7 abzuholen, was für ein Tag! Es ist bereits dunkel als wir endlich die Transporter fertig haben, für neue Fotos blieb leider keine Zeit. Ich gehe noch einmal ins Refugio, denn ich möchte noch nach dem jungen Bardino schauen. Er überrascht mich, denn er springt aus seiner Box und kommt mir vorsichtig wedelnd entgegen. Schön dass es ihm heute schon besser geht, und er mir nach so kurzer Zeit schon sein Vertrauen schenkt, dass treibt mir wieder ein paar Tränen in die Augen, dies mal aber vor Freude. Alle haben mega- Hunger, denn es ist schon weit nach 8 als wir im La Parilla ankommen. Heut Abend ist auch Jose´ Luis, der Tierarzt, da. Ich habe Schwierigkeiten den Unterhaltungen zu folgen, es wird viel spanisch gesprochen, Sabine scheint etwas mit ihm zu verhandeln, die beiden sind ernst und schauen immer wieder zu Eva, die hier und da nickt. Wir anderen diskutieren, lachen und haben wirklich gut und reichlich gegessen .

Irgendwann ich bin irgendwann einfach nur noch müde. Morgen geht es ja schon wieder zurück und so fällt der Abend relativ kurz aus, denn Alle wollen noch möglichst viel schlafen.
29.12. + 30.12.
Wir treffen uns wieder um 9 Uhr, beschließen auf Frühstück zu verzichten und gleich zum Refugio zu fahren um die letzten Vorbereitungen zu treffen. Da wir eh noch einkaufen müssen wird dann eben auch noch Frühstück geholt. Diesmal laufen keine Hunde an der Straße rum, gut so, denn heute haben wir wirklich keine Zeit. Jan verzurrt die letzten Boxen, ich kümmer mich um die Ausstattung, dicke Decken Wassernäpfe und Wasser. Danach fahren wir Zwei zum Eroski und kaufen unsere Bordverpflegung, Wasser für die Hunde und Alles was wir für unsere Lieben zu Hause noch brauchen. Als wir am Refugio zurück sind, stehen schon viele Autos vor der Tür. Viele Helfer sind gekommen um die Hunde zu verladen und sich von ihnen zu verabschieden. Auch von anderen Refugien werden noch Hunde zum Transport gebracht. Eva schickt mich mit dem Tierarzt los, er soll sich die Welpen von Escada ansehen, die Waisen und er soll die tragende Galga beurteilen. Alles ist, soweit, gut! Gott sei Dank. Anschließend hilft er alle Hunde noch einmal mit einem Spot on gegen Parasiten zu versorgen. Danach bekommt jeder ein passendes Mäntelchen und Halsband, und ehe er sich versieht sitz er/sie auch schon in der vorgesehenen Transportbox. Bald sind alle Hunde verladen und wir schauen noch ein Mal ob auch alles passt. Türen richtig zu, ausreichend Wasser, vertragen sich auch alle? Alles OK! Unsere letzten Sachen noch ins Auto, und dann müssen wir uns auch schon von Allen verabschieden. Noch bevor die Tränchen rollen können, fahren wir, fast pünktlich los. Diesmal fahre ich im zweiten Transporter mit Jule und Dominik. Bis Hamburg sind es 2700 Kilometer, auf geht´s!!!! Wir haben gutes Wetter, gute Laune und die Hunde sind auch gut drauf. Nach einer Stunde gibt es einen kurzen Stopp, zwei Hunde werden umquartiert, danach geht es sofort weiter. Wir halten nur um zu tanken und nach den Hunden zu schauen. Alles läuft super, das hatte ich mir wesentlich schlimmer vorgestellt, auch von der Geruchsbelästigung her. Aber wahrscheinlich riecht man es irgendwann einfach nicht mehr. Irgendwann in Frankreich verkrieche ich mich in den Schlafsack auf der Ladefläche und schlafe ein paar Stunden erstaunlich gut. Pünktlich in Deutschland bin ich wieder wach. Wir verabschieden uns an der Tankstelle, denn wir dürfen bis Kerpen durchfahren, während Sabine und Jan sowohl hier als auch in Karlsruhe Hunde übergeben. Die Anfahrt auf Gaby´s Hof ist nicht ganz einfach, wenn man dort noch nie war, denn das Navi ist komplett ahnungslos. Aber wir sind ja trotz Übermüdung nicht ganz doof, und lassen uns von Gaby bei einer Fastfoodkette abholen. Wir werden sehnsüchtig erwartet. Alle sind ganz aufgeregt, aber ich bekomme ehrlich gesagt nicht viel davon mit. Wir geben die Hunde heraus, versuchen mit den vielen Welpennamen nicht durcheinander zu kommen, aber bei Einigen fällt mir der Name gar nicht erst ein . . . aber egal Hauptsache gesund, mit Leine und Halsband versehen ab in die Reithalle, damit sie sich endlich bewegen können. Den einzigen den ich bewusst wahrnehme ist Coto. Ein kleines Mädchen drückt mir ein Halsband in die Hand, Hinter mir erfreute, hoch aufgeregte Stimmen, „Da ist er ja der Kleine, ist der süß!“ – Freude pur. Ich übergebe den Kleinen und schaue in strahlende Gesichter. Einfach nur schön. Aber es warten noch mehr Hunde darauf auszusteigen. Als auch Das erledigt ist werde ich von Gaby gleich zu Iris in einen kleinen Raum neben der Reithalle geschickt, erst mal essen und einen Kaffee. Danke Iris es war sehr lecker! Die Stimmung ist toll, überall strahlende Gesichter. Die Welpen und Junghunde toben durch die Reithalle, als wären sie hier zu Hause. Die Hunde und wir haben den Transport gut weggesteckt. Ich staune ein bisschen über mich selbst, das habe ich nicht zu hoffen gewagt. Dann kommen Sabine und Jan, und es wird noch einmal trubelig. Ich kümmere mich um Adoptanten und Pflegestellen beantworte unzählige Fragen und bin einfach nur glücklich. Eine besondere Freude für mich ist es dann noch den Vertrag mit Familie Kessel zu machen. Den kleinen Coto habe ich vermittelt, übergeben können und nun auch noch die Familie persönlich kennenlernen dürfen. So, nun müssen wir aber weiter. Nicht nur die Hunde die noch weiter müssen werden verladen, nein auch Futterspenden, Decken und Anderes können wir einladen. „Nach der Tour, ist vor der Tour!“ Danke schön! Die Weiterfahrt nach Lotte verläuft auch ohne Probleme. Für den Endspurt leihe ich mir ein CD von Sabine – Enrique Bunbury - , denn zu meinem eigenen Erstaunen mag ich die meisten Lieder doch! Die Ankunft in Lotte ist überwältigend, viele Autos parken am Straßenrand, aber für unseren Transporter wurde direkt vor dem Tor Platz gelassen. Nachdem wir alle wieder auf´s herzlichste begrüßt wurden und die Hunde ausgeladen haben, hole ich mir einen Kaffee und genieße ein paar Minuten Pause und Ruhe. Da wir noch weiter müssen, wird unser Transporter fast komplett, was mit vielen helfenden Händen auch schnell erledigt ist. Einige Boxen müssen neu gesichert werden, denn ein paar Hunde werden uns noch begleiten. Neben Mia, Cipri, Colombo, Anselmo, Federico und Calcentines, kommt auch noch Ramiro mit, denn seine neue Familie wohnt in der Nähe von Flensburg, das passt ja gut. Ich helfe Sabine noch ein paar Verträge fertig zu machen, ein paar Dinge müssen auch noch besprochen werden, bevor Jule und ich uns dann auf den Weg nach Hamburg machen. Jan hat eine super Mitfahrgelegenheit gefunden und muss sich von uns verabschieden. Danke Jan, du warst/ bist Klasse. Auch vielen Dank an Dominik, du hast uns echt aus der Patsche geholfen. Auch wir müssen nun los, Hunde ins Auto, verabschiede, und los. Hamburg wir kommen! Kurz nach 20 Uhr kommen wir bei mir vor der Haustür an, alle warten schon im Garten und helfen die Hunde auszuladen und den Transporter leer zu machen. Sogar Kaffee steht schon bereit, ist das schön! Nun muss ich aber erst einmal rein, meine vierbeinige Familie begrüßen. Die Vier freuen sich, dass ich wieder da bin und kriegen sich kaum wieder ein. Am meisten lachen muss ich über unsere Ex-Spanier, die beschnüffeln mich von oben bis unten und hören sich dabei echt merkwürdig an, ein bisschen wie schnaubende Pferde. Bevor sie mich wegschnüffeln, gehe ich raus, helfe Frank die Hunde einzupacken, die nun noch bis nach Nordfriesland weiter müssen. Dominik ist uns nachgefahren und bringt nun noch Jule mit Mia und Cipri nach Hause. Vielen Dank Jule, für deine Hilfe und das Wachhalten, Erzählen, Essen und Getränke Reichen und vieles Mehr! Ich staune wieder wie schnell Alles gehen kann, wenn viele mit anpacken. Wir machen unser Rudel mit Calcentines bekannt, alles super, alle entspannt. Unser Neuer scheint Häuser auch schon von Innen zu kennen. Er geht problemlos rein, versucht noch nicht einmal zu markieren und sucht sich einen weichen Platz (nachdem er etwas gefressen hat) und schläft. Ich werde verwöhnt, bekomme was leckeres zu Essen und einen Glühwein und erzähle die halbe Nacht von Spanien.
Ein ganz großes DANKE SCHÖN, an alle Spender, Helfer, Pflegestellen, Adoptanten, an meine Mitfahrer, an unser Telefonzentrale, meine tolle Familie und natürlich ganz besonders Sabine, sowie Eva und Nuria, an all die anderen Helferinnen und Helfer in Spanien, ohne euch Alle könnten wir den Hunden nicht helfen ein Hundewertes Leben zu führen. DANKE
Erwähnen möchte ich zum Schluss noch einen Menschen, der mich besonders beeindruckt hat. Carmelo, ein junger Spanier, der seit ein paar Wochen im Refugio hilft. Er ist arbeitslos geworden und stand eine Tages vor dem Refugio, mit der Bitte helfen zu dürfen. Das Allein ist schon mega Klasse, aber Carmelo hat eine Hunde – und Katzenhaarallergie!!!!!! So bindet er sich täglich ein Tuch vor Nase und Mund zieht sich Handschuhe an, (die Hunde haben sich daran gewöhnt) und macht dann den Außenbereich sauber. Zwischendurch spielt er mit den Hunden, sorgt hier und da mal für Ruhe und hat Spaß. Grazias Carmelo

Allen die es bis hierher geschafft haben zu lesen, es war für mich ein ganz besonderes Erlebnis, und ich würde, wenn es die Umstände zulassen wieder Fahren.
Eure tiefbeeindruckte und sehr glückliche Christina
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Sonntag, den 20. November 2011 um 12:27 Uhr |
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Die Seniorentour oder Licht für Tomelloso…
Es war also wieder soweit…unverkennbar, die nächste Tour rückte näher, was man unschwer daran erkennen konnte, dass sich in unserem Haus die Spenden turmhoch stapelten…
Dieses Mal sollte es vor allem um unser Projekt „Licht für Tomelloso“ gehen! Wir hatten ja um Spenden gebeten, um den alten Stromgenerator, der ja noch im Refugio stand, wieder an die Arbeit zu bekommen. Aber dann ergab sich eine andere, deutlich bessere Lösung:
Detlef, der Mann unserer Welpenpflegemama Barbara, hatte ein neueres, besseres Gerät ausfindig gemacht, instand gesetzt und uns zur Verfügung gestellt. Natürlich haben wir ihn auch gebeten, mit uns nach Spanien zu fahren, um es anzuschließen und vor allem auch die defekten Leitungen zu reparieren. Somit stand der zweite Fahrer fest… (der erste Fahrer bin ja eh immer ich), es fehlte noch der Dritte und der fand sich in Gestalt von Birgit Brachem, der 1. Vorsitzenden des Vereines „Initiative Streunerhunde e.V.“, mit der wir bereits seit einiger Zeit sehr gut zusammenarbeiten. Und sofort hatte diese Tour den heimlichen Beinamen „Seniorentour“!
Am Sonntag ging es los, der Wagen wurde abgeholt und für die Tour beladen. Außer vielen Sachespenden für die wir uns wieder ganz herzlich im Namen der Spanierinnen bedanken, fuhr auch eine Waschmaschine, viele Meter Stromkabel, Anschlußbuchsen, Werkzeug und eine riesige Menge Futter, wieder einmal gespendet vom Verein „Fellchen in Not“ mit ! Auch die dringend benötigten Decken und Hundemäntelchen waren dabei…
Abfahrt war dann am Montagmorgen mit dem reichlich beladenen Transit. Gutgelaunt und ohne nennenswerte Vorkommnisse erreichten wir am Dienstag (ein wichtiger Feiertag in Spanien, er gilt dem Gedenken an die Verstorbenen und wird mit üppigem Blumenschmuck auf den Gräbern gefeiert) unserer Ziel. Das Wetter meint es gut mit uns, wir können noch ein letztes Mal in der warmen herbstlichen Sonne unser Mittagessen im Stammlokal einnehmen. Selbst die Kellner begrüßen uns inzwischen mit Umarmungen und Küssen.
Nachdem wir mit Eva und Nuria gegessen und die ersten Informationen ausgetauscht haben, geht es kurz in Hotel, auch da werden wir wie alte Freunde begrüßt und dann, endlich, zum Refugio.
Detlef, der zum ersten Mal in Spanien ist, kommt aus dem Streicheln der Hunde gar nicht raus, ist völlig mit den Hunden beschäftigt und strahlt über das ganze Gesicht. Auch Birgit ist begeistert. Rudelhaltung, alle Hunde sind aufgeregt, weil Besuch kommt, aber es ist entspannt und freundlich zwischen den Hunden, auch wenn sich alle um uns drängen und Aufmerksamkeit einfordern.
Sogar der ängstliche, aber wunderschöne Pongo kommt aus seinem Versteck und schaut nach, wer denn da wohl gekommen ist… ich freue mich so sehr, dass er endlich Anteil an dem nimmt, was um ihn herum passiert und ich wünsche ihm so sehr, dass er einen Menschen findet, der ihn auf diesem Weg weiter begleitet…
Wir gehen durch das Refugio, sehen uns die neuen Hunde an, machen die ersten Fotos. Pongo kommt überraschend nah, er ist noch vorsichtig, aber auch er will wissen, wer denn da zu Besuch kommt. Die Dackelwelpen springen lustig um uns herum und auch die Galgos wollen begrüßt werden… ich bin glücklich. Hier zu sein, so richtig zwischen den Hunden, das ist immer noch das Schönste für mich. Eine neugierige Nase stupst mich an, Paco, der kleine Riese, der sich so schön entwickelt hat… Bolena hopst wie ein Derwisch um uns herum.

Detlef besinnt sich nun seines selbstgestellten Auftrags und sichtete die technischen Möglichkeiten. „Das kriegen wir schon hin!“ Ein Mann ein Wort! In den nächsten Tagen sehen wir Detlef nur noch im Blaumann, und mit Werkzeug in der Hand. Hätten wir ihn nicht immer wieder genötigt, etwas zu essen, dann hätte er das völlig vergessen…

Währenddessen rufen zahlreiche Leute aus dem spanischen Tierschutz bei Eva auf dem Handy an. „Sind die Deutschen schon da?“ heißt es immer wieder. Alle möchten uns gerne treffen, haben Fragen, suchen Hilfe oder Unterstützung. Wir, Galgos de la Luz e.V., werden leider keine weiteren Refugios unterstützen können. Die Arbeit mit dem Refugio Tomelloso braucht unsere ganze Aufmerksamkeit. Natürlich übernehmen wir hin und wieder einen „Notfall“ oder leiten solche Dinge weiter, aber wir haben uns für Tomelloso gegründet und zurzeit ist unsere Kapazität damit völlig ausgeschöpft. Eva und Nuria sind mit vielen anderen Tierschützern vor Ort in Kontakt, sie helfen einander, geben Informationen weiter und arbeiten mit vielen vorbildlich zusammen. Etwas, von dem wir hier in Deutschland nur lernen können!
Wir beschließen am nächsten Tag zwei weitere Refugios zu besuchen, da der Verein von Birgit keine feste Stelle hat, sondern überall hilft. Aber Birgit ist von der Art und Weise wie wir mit unseren Partnern arbeiten beeindruckt und möchte gerne mehr sehen.
Da der Tag für uns alle lang war, verabreden wir uns nur noch zum Abendessen und dann geht es, für spanische Verhältnisse, recht früh ins Bett. (Senioren sind eben schneller müde…)
Am nächsten Morgen frühstücken wir meine geliebten Churros mit heißer Schokolade. So lecker, aber Birgit bringt es auf den Punkt: „Sabine, denk dran, 20 Sekunden auf der Zunge und 20 Jahre auf den Hüften!“ Ja, danke schön, Birgit, aber bei meinen Hüften spielt das nun wirklich keine Rolle mehr!

Dann fahren wir in die Perrera, wo Ramon uns herzlich begrüßt, er hatte uns schon erwartet, denn natürlich weiß auch er, dass wir angekommen sind. Tomelloso hat zwar mehr als 50.000 Einwohner, ist aber irgendwie doch nur ein Dorf. Ein schönes Dorf, allerdings…
Er hat einen sehr netten Dalmatiner für uns und auch ein paar kleiner Hunde, natürlich nehmen wir sie mit. Ganz besonders die Geschichte von diesem Dalmatiner und einer lieben schokoladenbraunen Hündin berührt uns. Der Dalmatiner Javier gehörte einem Mann, der einen schweren Unfall hatte. Dieser Mann ist völlig allein stehend, hat keine Familie und war einige Zeit im Koma. Als er erwachte, bat er als allererstes die Krankenschwester, Ramon anzurufen. Sein Hund, Javier; war seit fast 14 Tagen ohne Futter, mit nur wenig Regenwasser in seinem Patio sich selbst überlassen. Ramon sollte ihn abholen und den deutschen Tierschützern geben, da er nicht wusste, ob er wieder auf die Beine kommen würde. Es gibt also nicht nur Menschen in Spanien, denen das Schicksal ihrer Tier gleichgültig ist.
Anders erging es allerdings der Hündin, Marissa, ist ihr Name. Sie hatte einen wunderschönen Wurf Welpen bekommen. Der Besitzer verkaufte alle Welpen, bis auf einen, den er selbst behielt. Marissa brauchte er dann nicht mehr und gab sie ohne Bedenken in der Perrera ab.
Wir können nur verständnislos den Kopf schütteln und suchen nun für die Kleine ein neues, sicheres Zuhause.
Nun wurde es Zeit, einen anderen Welpen abzuholen, nämlich Billy. Billy und Ana, die schöne Schäferhündin, gehörten einem Restaurantbesitzer, der außerhalb von Tomelloso seinen Betrieb hatte. Das Restaurant wurde inzwischen geschlossen, die Krise ist hier in LaMancha, deutlich spürbar. Eva hatte Ana und ihre Welpen schon vor einigen Wochen ins Refugio geholt, nur Billy saß noch in seinem Zwinger, weil der Besitzer sich nicht entscheiden konnte, ihn auch abzugeben. Als wir oder ankamen waren Birgit und ich entsetzt. Hinter dem sehr gepflegten Restaurant sah es völlig verwahrlost aus. Billy hockte ängstlich in seinem Zwinger, weiter entfernt warteten noch zwei Mastins auf Futter. Aber es gab auch Hühner, Enten, einen Esel und ein paar Minischweine in einem dreckigen Gehege. Überall lagen kaputte Flaschen, Dosen und Unrat herum. Billy hatte seinen Zwinger wohl noch nie in seinem kurzen Leben verlassen dürfen, alles machte ihm Angst. Es ist schwer sich vorzustellen, wie unsere Frauen es schaffen, solche Dinge zu ertragen und immer noch höflich zu den Menschen zu sein, die solche Zustände zu verantworten haben.
Aber Billy ist noch jung und wird sich an ein anderes, besseres Leben gewöhnen. Schön wäre es natürlich, wenn er das recht bald in Deutschland beginnen könnte und so hoffen wir, dass sich zu unserem nächsten Transport ein schöner Platz für ihn findet.

Als wir Billy ins Refugio gebracht hatten, fuhren wir weiter nach Pedro Munoz, zu einem anderen Refugio, ca. 40 km von Tomelloso entfernt. Wir bringen eine Mastinhündin dorthin zurück, die nach einer OP in Tomelloso untergebracht wurde, da das das Refugio in Pedro Munoz zu diesem Zeitpunkt keine Möglichkeit hatte, die Hündin dort gut zu versorgen.
Als wir dort ankommen, wurden wir sehr herzlich von der Leiterin Loli begrüßt. Stolz zeigt sie uns die Unterbringung der Hunde. Wir sind sehr beeindruckt! Alles ist sehr sauber und gepflegt! In den Zwingern der Galgos hängen Heizkörper an den Wänden und die Türen sind verschließbar, so dass es dort in den Wintermonaten wird ist. Eva und ich sehen uns kurz an. So etwas wäre auch für uns ein Traum, aber der ist noch sehr lange nicht greifbar. Wir ahnen, welche Kosten dahinter stehen und es ist auch klar, dass so etwas nur mit Hilfe sehr großzügiger Sponsoren geht. Aber es kommt kein Neid auf, wir freuen uns für Loli und ihre Hunde! Allerdings ist es dort recht beengt, Auslauf für die Hunde scheint kaum möglich zu sein, dass heißt, dass auch für die bewegungsfreudigen Rassen nur ein sehr kleiner Innenpatio zur Verfügung steht und das auch nur kurz, denn alle Hunde können nur Zwinger für Zwinger dorthin gelassen werden. Wenn wir die Größe unseres Auslaufs dagegen rechnen und das fast alle Hunde dort den ganzen Tag die Möglichkeit haben zu laufen, zu spielen oder auch sich aus dem Weg zu gehen, dann freue ich mich für unsere Hunde!
Auch der Platz für die Mastinhündin, die ja eigentlich hierher gehört und nun im Auto darauf wartet, auszusteigen ist mehr als klein. Wir sprechen mit Loli darüber aber sie sieht keine andere Möglichkeit, Chata (so heißt die Mastindame) einen anderen Platz anzubieten. Das Tierheim ist mehr als voll! Wir besprechen uns. Ich wäre froh darüber, wenn sie hätte in Pedro Munoz bleiben könne, ist Chata nicht die freundlichste zu anderen Hunden und auch sie braucht eine Menge Futter, Aufmerksamkeit und ggf. tierärztliche Versorgung, aber sie in diesen Minizwinger zu stecken, bringe auch ich nicht über das Herz. Eva ist hin und her gerissen. Sie weiß, dass ich Chata schon lange zurückbringen wollte und mag mir nicht sagen, dass sie sie nicht hier lassen kann. Aber ich sehe es genauso und auch Birgit spricht das offen an. So entschließen wir uns, Chata wieder mitzunehmen und ich kann nicht widerstehen und übernehme noch zwei Galgorüden, die in einem der Zwinger sitzen.
Eva grinst, als wir wieder nach Tomelloso fahren. „Du hast ein gutes Herz, meine Schwester“ Meint sie und ich ziehe es vor, nicht zu antworten.
Als wir nun endlich unser Refugio erreichen erwartet uns eine Überraschung. Es ist schon beinah dunkel, Eva und Birgit laden die Hunde aus und ich telefoniere wegen der beiden Galgos gerade mit der Homebase, als plötzlich die Leuchtwerbung in allen bunten Farben am Haus angeht! Wie ja bekannt, ist unser Refugio ein ehemaliger Nachtclub, nahe des Autobahnzubringers. Ich starre noch ganz gebannt auf die roten, blauen und grünen Lichter, als das erste Auto bremst… Laut rufe ich nach Detlef und den Frauen und muss lachen, weil der Verkehr (auf der Straße) deutlich langsamer fährt… ja, die Bar war sehr bekannt!

Eva, Nuria und Isabella kommen heraus und staunen! Licht für Tomelloso! Es hat geklappt!
( Nur etwas anders, als erwartet…) aber da kommt auch Detlef und strahlt über das ganze Gesicht. Nachdem wir das Werk ausgiebig bewundert, fotografiert und gelobt hatten, machte er sich aber schnell daran, DIESE Leitung wieder abzuklemmen und stattdessen lieber für Licht im Haus zu sorgen. Danke Detlef! Licht in Tomelloso und das verdanken wir Dir!
Und obwohl Detlef gerne noch ein bisschen weitergearbeitet hätte, zwingen wir ihn, Feierabend zu machen und den Abend gemütlich bei Wein und leckerem Essen ausklingen zu lassen.
Am nächsten Tag wird es Zeit, die Abfahrt vorzubereiten. Während Detlef weiter unermüdlich im Haus werkelt (unglaublich, was dieser Mann in so kurzer Zeit alles gemacht hat…), räumen Birgit und ich den Transporter ein. Das ist nicht so einfach, wie es sich anhört. Jede Box muss gut gesichert werden, alle Boxen brauchen Wassernäpfe und weiche Unterlagen und müssen im beladenen Zustand immer gut erreichbar sein. Das Ganze ist eine kniffelige logistische Angelegenheit. Die Boxen werden zig Mal hin und her geräumt, neu gesichert und wieder anders gestellt. Der Regen, der zwischenzeitlich wie aus Eimern auf uns herunterprasselt, macht es nicht besser. Hoffentlich regnet es nicht, wenn wir am nächsten Tag die Hunde einladen. Sollten die Tiere nass ins Auto kommen, sind Erkältungen und Husten vorprogrammiert. Allerdings verheißt der Wettebericht nichts Gutes…
Dann erreicht mich ein Notruf. Ein Refugio, ganz in der Nähe, das ich schon lange kenne, nimmt Kontakt zu mir auf. Ich weiß, dass es zwischen den jungen Leuten dort und der helfenden Organisation seit längerem Schwierigkeiten gibt, nun hat diese Organisation die Zusammenarbeit beendet. Die Gründe dafür kann ich nachvollziehen, aber die jungen Leute sind sehr verzweifelt. Sie bitten Galgos de la Luz e.V. um Hilfe. Hilfe, die wir nicht leisten können. Ich spreche mit Eva. Auch sie kennt die Menschen dort, weiß auch keinen Rat, aber ich beruhige Eva, denn ich spüre, sie hat Angst, dass wir dort einspringen könnten und Tomelloso somit an zweite Stelle rückt.
Die Angst kann ich ihr nehmen. Nein, WIR werden nicht helfen können, das mache ich ihr sofort klar. Tomelloso ist unser Projekt und das werden wir nicht aufgeben! Wir sind sehr glücklich mit der vertrauensvollen Zusammenarbeit und aus Tierschutzpartnern sind schon lange Freunde geworden. Eva, die von mir und Carmen immer als ihren Schwestern spricht, hat uns völlig in ihre Familie aufgenommen. Die Eltern der beiden Frauen nehmen uns jedes Mal so herzlich in Empfang, kommen immer um uns zu verabschieden, mit einem großen Vesperpaket für uns, laden uns in ihr Haus und behandeln uns alle als Familiemitglieder.
Für uns ist Tomelloso unser Partner! Auf meinem Kamin steht schon lange ein Foto von „meiner spanischen Familie“, wie Eva immer sagt.
Aber dennoch fahren wir in das nächste Dorf und besprechen mit den Tierschützern dort das Problem. Birgit biete Hilfe an, zuerst einmal vorsichtig, die Menschen müssen sich arrangieren und dann schauen, wie es weitergehen kann… die jungen Leute atmen ein wenig auf und auch wir freuen uns und bieten an, bei dem Kontakt und kleineren Problemen zu helfen. Es ist schon wieder dunkel, als wir am „LaLoLa“ ankommen. Der Tierarzt erwartet uns schon für den Check der Hunde, die am nächsten Morgen mit uns nach Deutschland reisen sollen. Leider kann Miss Sophie die Dackeldame nicht mitkommen, es gibt Komplikationen mit der Kastrationsnarbe. Schade, wir hoffen, ihre Interessenten warten auf die Kleine…Alle anderen Hunde dürfen aber ausreisen und noch eine weitere gute Nachricht kommt aus dem Klinikraum… in allen Räumen des Refugios brennt nun Licht… Detlef sieht zwar todmüde, aber sehr zufrieden aus! Und das darf er auch sein…
Abend gibt es noch ein schnelles Essen, die Papiere werden für den Transport fertiggemacht und wir gehen früh schlafen. Der nächste Tag wird hart…

Aber anfangs geht es noch, die Sonne schiebt sich hin und wieder durch die Wolken und es ist auch noch recht warm. Da wir schon am Vortag den „Belegungsplan“ für die Boxen fertiggemacht haben, geht das Einladen der Hunde recht zügig voran. Als ob sie wissen, dass es nun in ein schönes neues Leben geht, steigen sie ohne Stress in den Wagen. Ich bin immer wieder überrascht, wieviel Vertrauen diese Tiere noch zu den Menschen haben, obwohl sie meistens nichts Gutes mit ihnen erlebt haben.
Um 12 Uhr geht es los! Wir verabschieden uns von Eva und Nuria mit dem Versprechen, uns sofort zu melden, wenn wir zuhause angekommen sind. Ich setze mich hinter das Lenkrad und starte Richtung Valencia, wir kommen gut voran. Irgendwann überholt uns allerdings eine Gruppe von Motorradfahrern, einer davon schneidet mich und ärger mich sehr darüber. Kurz vor Valencia, in einer langen Bausstelle, wird der Verkehr dann einspurig und wir stehen lange, bis es weitergeht. Als wir den Grund für den Stau entdecken, kann und will ich nicht hinsehen. Der Motorradfahrer liegt im Straßenrand und wird reanimiert. Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich ihm die Pest an den Hals gewünscht habe und sinniere eine Weile vor mich hin. Aber dann geht es plötzlich richtig los. Als hätte jemand einfach das Licht ausgemacht, ist es auf einem Mal dunkel, Regen trommelt auf das Dach und das Wasser steht sofort auf der Straße. Der Scheibenwischer schafft es nicht mehr, ich orientiere mich nur noch an den Nebelschlussleuchten der anderen Autos. Nur die LKWs donnern an uns vorbei, klar, die haben keine Probleme mit Aquaplaning, während wir mehr schwimmen als fahren. „Das hört gleich auf!“ sage ich noch zuversichtlich, aber da hatte ich mich getäuscht…bis weit nach Frankreich hinein, ändert sich das Wetter nicht. Das Fahren wird diese Mal zur Tortour… erst vor Lyon wird es besser, aber ich bin jetzt schon reichlich müde. Detlef löst mich ab, ich schlafe ein paar Stunden im Sitzen, den Kopf an die Scheibe gelehnt, wie gut, dass ich mein kleines Kissen überall mithinnehme.
Hinter der Grenze steigt meine schöne Cobra aus, sie wird von Diana und Mirjam abgeholt und sofort ganz wunderbar betreut. Ich freue mich, die Beiden zu sehen, wir arbeiten nun schon seit einiger Zeit zusammen und ich mag sie sehr. Dann kommt der nächste Halt, Alexandra ist schon da und nimmt uns in den Arm, bevor es Kaffee und belegte Brötchen gibt. Unsere Abholer sind entweder alte Hase (Martina, immer schön, Dich zu sehen), oder aufgeregte Adoptanten. Die Hunde dürfen aussteigen und sich ein wenig die Beine vertreten. Toll, dass alle unaufgefordert mit anfassen! Nun aber zügig zu Gaby nach Kerpen! Auch dort werden wir schon sehnsüchtig erwartet… Oma Candela darf nun in ihr endgültiges Zuhause ziehen… die alte Dame (16!) ist bester Laune und erstaunt uns mit ihrer Energie! Aber auch Elias zeigt sich von seiner besten Seite, überhaupt freuen sich alle Abholer über ihre neuen Familiemitglieder.
Dieses Gefühl, dort in der Reithalle zu stehen und zu sehen, wie sich Mensch und Tier finden, das ist auch so eine besch…eidene Autofahrt durch Regen und Dunkelheit wert. Findet auch Birgit, die zum ersten Mal dabei ist. Während wir noch unsere heiße und leckere Gulaschsuppe löffeln, hat Detlef schon wieder Hummeln im Popo… er räumt bereits den Transporter wieder ein. Herrgott, den Mann muss man wirklich zur Ruhe zwingen! J Wir dürfen schon wieder eine Menge Sachspenden für die nächste Tour in die nun leeren Boxen verteilen, die Adoptanten von unserem Salami und Hugo haben gesammelt… wir freuen uns natürlich, aber auch die lieben Adoptanten von Alwin sind da, sie haben Mäntelchen genäht und bieten an, auch weiter zu helfen. Ich bin ganz hin und weg, weil ich die Gelegenheit habe, MEINEN Alwin wieder auf dem Arm zu nehmen.
Aber wir müssen weiter! In Lotte warten nicht nur die Abholer von Catty, Sonia und anderen auf uns, sondern auch unser Lars, der mit seinen Töchtern die Hunde weiter gen Norden bringt, die noch nach Schleswig Holstein fahren müssen. Dass ich noch eine Überraschung für ihn habe, ahnt er nicht… Carmelo, einer der beiden Rüden aus Pedro Munoz braucht noch einen Pflegeplatz… und wie immer ist auf die Familie Schönfeldt Verlass… Carmelo darf mit zu ihnen nach Hamburg reisen…
Wir sind zuhause… es war schön, aber sehr anstrengend. Ich freue mich schon auf die nächste Tour!
Vielen Dank an Birgit und Detlef, die mich so super unterstützt haben! Eine so entspannte Tour gab es selten…
Und ein großer Dank geht an alle, die es immer wieder möglich machen, dass wir unsere Schützlinge herholen können, ganz besonders an die Pflegestellen, ohne die wir unsere Arbeit nicht leisten könnten. Aber auch an unsere Adoptanten, die uns ihr Vertrauen schenken und sich für einen unserer Hunde entscheiden und alle die fleißigen Hände, die unermüdlich für uns sammeln, nähen und spenden…danke Euch allen, ohne Euch könnte Galgos de la Luz nicht sein!
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Freitag, den 30. September 2011 um 19:29 Uhr |
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Galgos de la Luz Tour vom 11.09.2011 bis 17.09.2011
Oder auch Tour der Ereignisse
Sonntag 11.09.2011
Für mich beginnt der Tag um 6:00 Uhr in der Früh. Eine letzte Runde mit meinen beiden Hunden Vicky und Rafael. Für eine Woche muss ich jetzt auf sie verzichten L
Das Auto mit samt Anhänger ist bis unter die Dachkante voll. Würde sagen, reichlich überladen!!!
Dank einer überaus großzügigen Spende vom Verein “ Fellchen in Not e.V.“ hatten Lars und ich schon einige Wochen zuvor die Ladekapazität meine Gespanns an die Grenzen des Machbaren geführt. Futter, Decken, Körbchen, Draht, Eimer, Näpfe usw. fanden ihren Weg nach Spanien.
An Dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an die vielen Spender und die unermüdliche Elfi und ihrem Mann für die vielen tollen Sachen und den netten Empfang in Lauenburg. Eure Hilfe ist angekommen und hat bei Mensch und Tier große Freude bereitet.
Also, 10:00 Uhr, auf geht’s nach Lotte. Freie Fahrt, sogar auf der A1. Gegen Mittag werde ich dann reichlich “geknuddelt” von Sabine und Carmen sowie von den 6 Galgos. Nach Kaffee und Kuchen laden wir dann um. Hoffentlich reicht der Platz im Transit. Wird ziemlich eng denn die Transportboxen müssen ja auch noch mit.
Außerdem hatte Sabine noch einen kurzfristigen Spendenaufruf gestartet, um für den großen Flohmarkt in Tomelloso, wo Eva und Nuria immer einen Stand haben, um die Kasse ein wenig aufzufüllen. Und tatsächlich sind noch einige Pakete in Lotte angekommen, die randvoll waren mit vielen tollen Sachen für den Flohmarktverkauf! Also mussten auch diese noch Platz im Transporter finden… Vielen vielen Dank auf diesem Wege noch einmal für alle Spender! Toll, dass so etwas immer klappt, selbst, wenn die Zeit reichlich knapp ist!
Bis gegen 20:00 Uhr laden wir und versuchen die ganzen Sachen so gut wie möglich zu sichern. Unzählige Spanngurte kommen zum Einsatz und wir schaffen es tatsächlich noch einen Schlafplatz für Sabine frei zu halten. Ihr wisst ja, Sabine und Frankreich in der Nacht J
Nach einem gemütlichen Abendessen endet der Tag gegen 23:00 Uhr.
Montag 12.09.2011
Frühstück gegen 8:00. Sabine kontrolliert die Geldeingänge. Wir warten noch auf zugesagte Zahlungeingänge von Vermittlungsgebühren. Wir werden ziemlich nervös, denn ohne die Gelder aus den Vermittlungen ist die Tour gefährdet. Wir müssen warten!!!!
Erst gegen 12:00, wir sind ziemlich angespannt, fahren wir trotzdem los. Zur Not müssen wir halt das eigene Portmonee bemühen, nicht zum ersten und ganz bestimmt nicht zum letzten Mal… Dann die erlösende Bankanfrage via Internet. Geld ist da, Erleichterung macht sich breit.
Auf unserem Schoß sitzt Spike. Er zieht von Barbara zu Elly und macht uns auf den ersten Kilometern mächtig Spaß, so lieb ist der Kleine. Nach der herzlichen Übergabe geht es weiter zu Alexandra. Sie hat weitere Spenden ( hoffentlich bringe ich die auch noch unter ). Passt schon.
Danach geht es richtig los gen Frankreich. Wir kommen zügig voran und passieren Frankreich bei Nacht. Obligatorisch verschläft Sabine diesen Teil.
Für Carmen und mich eine Bunbury freie Zeit!!
Dienstag 13.09.2011
Die Nachtfahrt verläuft reibungslos. Der Übergang nach Spanien ist immer wieder ein Erlebnis, da sich in der Morgendämmerung die Farben der Landschaft so drastisch verändern. Alle möglichen Töne von Orange bis Ocker begrüßen uns. Überall ist die Ernte in vollem Gange oder schon fertig. Was besonders auffällt ist die Trockenheit. Es muss die letzten Wochen sehr wenig geregnet haben. Ein Umstand den wir Nordlichter als ziemlich unwirklich empfinden.
Barcelona und Valencia ziehen vorbei und als wir in die Region La Mancha kommen, macht sich so etwas wie Euphorie breit. Wir sind bald da!
Gegen 13:00 fahren wir endlich in Tomellosso ein. Eva und Nuria sind auch schon da. Ja was soll ich sagen? Herzlicher als durch diese beiden lieben Frauen kann man nicht empfangen werden. Die Freude ist auf allen Seiten riesengroß und man hat fast das Gefühl, man sei zu Hause.
Nach der wohl verdienten Dusche gehen wir essen und fahren anschließend ins Refugio.

Für mich besonders spannend, da ich das Gelände heute zum ersten Mal sehe.
Erste Empfindung: Meine Güte, ist hier noch viel zu tun! Besonders der fehlende Strom macht die Arbeit im Haus schwierig, da es stockdunkel ist.
Die Hunde sind der Hammer. Überall begrüßen uns die Fellnasen und jeder möchte natürlich gestreichelt werden. Ich sehe aber auch einige Tiere mit Verletzungen. Kein so schöner Anblick zumal durch die Weinlese die Fliegen stark zugenommen haben und sich auf die offenen Wunden setzten. Mia macht uns Sorgen, sie wirkt müde, will am Liebsten nur Liegen, dabei soll sie eigentlich mitfahren. Sabine beobachtet sie lange, sprich mit ihr, streichelt sie. Dann eine Entscheidung: Mia muss hier bleiben! Es ist zu heiß, der Transport könnte ihr schaden. Am nächsten Tag kommt der Tierarzt, er ist der gleichen Meinung und so muss zwar Mia warten, aber Cubana darf nachrücken.
Der Außenbereich ist schön groß und bietet den Hunden reichlich Auslauf. Hier müsste mal geharkt werden, da noch ziemlich viel Müll herumliegt (Glasscherben, Kronkorken u.ä.).
Trotzdem ist die Situation für die Hunde sehr viel besser als in den beiden vorherigen Refugien.

Wir laden dann noch das Auto aus. Die Augen von Nuria, Eva und Isabella werden immer größer als sie den nicht enden wollenden Strom von Spenden in Empfang nehmen. Ganz besonders das Futter von Chappy begeistert die Hunde. Obwohl sie genug zu Fressen bekommen, sind sie ganz versessen auf das Futter aus Deutschland und der erste Sack leert sich in kürzester Zeit. Ein gutes Gefühl, zu sehen, wie Tiere sich freuen können die es nicht so gut haben, wie unsere Tiere zu Hause..
Anschließend fahren wir zurück ins Hotel. Zweite Dusche an diesem Tag und eine kurze Pause. Wie schön, einfach auf einem Bett zu liegen und für einen Moment die Augen zu schließen.
Am Abend treffen wir uns alle wieder, um bei guter spanischer Küche einen herrlichen Abend zu verbringen, der gegen 23:00 mit drei todmüden Deutschen endet.
Mittwoch 14.09.2011
Wir sind wieder fit und haben alle wie abgeschaltete geschlafen. Auf geht es. Sabine benötigt Bares. Nur, nicht jeder Automat möchte auch ihre Karte. Letztlich klappt es aber doch und wir machen uns auf den Weg in die Perrera. Diese hat jedoch geschlossen. Was soll´s, also wieder rein ins Auto und halt stop !!!!
Zwei allerliebste Hunde laufen direkt vor uns auf der Straße. Ohne Scheu lassen sie sich von Eva und Nuria auf den Arm nehmen. Ungepflegt, dürre und müde sehen die Beiden aus und wir nehmen sie natürlich mit.
Im Refugio schießen wir die ersten Fotos von den Beiden, Namen bekommen sie natürlich auch: Rubia und Negra! Neugierig werden sie von den anderen Hunden beschnüffelt und sind jetzt in Sicherheit. Niemand wir euch jetzt noch etwas Böses tun. Ein tolles Gefühl !!

Nachdem wir zu Mittag gegessen und aufgrund der hohen Temperaturen (35 Grad) Siesta gehalten haben, fahren wir wieder ins Refugio. Hier wollen wir heute einige Fotos machen. Wie immer äußerst schwierig, wirklich gute Fotos von den Hunden zu bekommen.
Mit viel Geduld gelingt es jedoch und wir bekommen einige gute Schnappschüsse. Ich verliebe mich dabei gleich in drei Hunde. Duna hat es mir besonders angetan und sie schlawänzelt ständig um mich rum. Ja Süße, Du kommst mit! Dann Segunda, Podenco-Dame und wunderschön. Auch sie sollte mitkommen. Dritter im Bunde war ein junger Podenco Rüde, Felix. Ich hätte ihn am liebsten gleich eingepackt.
Dann folgen wir noch einer besonderen Einladung! Apolonio, die rechte Hand unseres Vermieters, möchte uns gerne seine Pferde zeigen und natürlich möchten wir sie gerne sehen! Die Unterbringung ist für uns Deutsche zwar ungewöhnlich, aber die Pferde sind in einem sehr guten Zustand und Sabine ist völlig begeistert!
Nach der Dusche, die eigentlich nach jedem Besuch bei den Hunden erforderlich ist; freue ich mich ganz besonders auf das Abendessen. Ich hatte mir eine echte spanische Paella gewünscht und auch bekommen. Wie lecker ist das denn! Nur für Carmen war es kein Genuss. Sie mag keinen Fisch.

Auch unser Tierarzt war mit von der Partie. Mitten beim Essen kam dann
der Anruf. Ein Pferd hatte eine Kolik. Also auf geht’s. Sabine in früheren Zeiten beruflich mit Pferden beschäftigt, konnte und wollte helfen. Wir anderen haben uns dann ausgemalt, welche Augen wohl die Pferdehalter machen würden, wenn Sabine in ihrem langen Strandkeid im Pferdestall unserem Tierarzt zu Hand ging. Grins.
Gut 1 ½ Stunden später waren sie dann wieder da. Es gab viel zu lachen und ein heiterer Abend nahm gegen 24:00 sein Ende.
Donnerstag 15.09.2011
Der Abend zuvor führte zu einem späten Erwachen am heutigen Tag. Glücklicherweise ohne dicken Kopf.
Nach kurzem Kaffee ab ins Refugio. Hier müssen wir die Boxen aufbauen, den Belegplan erstellen. Als dann alle Boxen hübsch in Reih und Glied vor dem Autos stehen, kommen Zweifel auf. Wie sollen die denn alle in das “kleine” Auto. Es wird hin und her geladen. Die Stirnfalten werden immer tiefer und so vergehen fast zwei Stunden bis wir alles unter Dach und Fach haben. Nicht optimal, aber es geht.
Anschließend fahren wir in die Perrera. Das Verhältnis zu Ramon ist mittlerweile entspannt, ja fast freundschaftlich. Es ist ihm anzumerken, dass er sich für die Hunde freut, die wir bei ihm abholen. Eine neue Helferin dort lernen wir kennen, Ingrid ist Belgierin und lebt seit vielen Jahren in Spanien. Sie freut sich, endlich wieder einmal deutsch sprechen zu können und hilft uns, die Hunde auszusuchen.
Dann kommt von Ramon noch die Ankündigung, dass die zuständigen Leute aus dem Rathaus um einen Termin mit Sabine gebeten haben. Im November werden sie sich mit Sabine zusammensetzen und wir sind gespannt, was dabei herumkommt…
Zehn tolle Hunde finden den Weg in die vorbereiteten Boxen. Ein unbeschreibliches Gefühl, eine Mischung aus Stolz, Mitleid und grenzenloser Freude macht sich in mir breit als ich die Hunde verlade.
Besonders einer kleinen Podenco-Mix-Dame verspreche ich, einen guten Platz zu finden. Sie sollte den Namen meiner Frau bekommen und das verpflichtet. Also kleine Sonia, ich bin auf der Suche.
Auf dem Rückweg fanden wir dann noch einen kleinen Mischlingswelpen. Angebunden in praller Sonne, ohne Wasser, stand er da. Weit und breit ist kein Mensch zu sehen. Wir müssen davon ausgehen, dass die Kleine dort ausgesetzt wurde. Eva benachrichtigt Ramon in der Perrera über unseren Fundhund. Natürlich haben wir ihn gleich mitgenommen.
Zurück im Refugio machen wir noch vor der Tür die Fotos. Es geht einfacher, wenn nicht zwanzig andere Nasen um einen herum wirbeln.
Einer nach dem anderen wird so abgelichtet, bekommt einen Namen und dann wird ins Refugio gebracht.
Erstaunlich für mich, wie problemlos die vorhandenen Hunde die Neuankömmlinge aufnehmen.
Bei einem großen Hund, Elias, entdecke ich einen fast eingewachsenen Strick. Hat wohl bisher niemand bemerkt. Hier konnte nur noch das Messer helfen, so eng lag der Strick schon um den Hals des Hundes. Befreit von Diesem konnte man es dem Hund anmerken wie froh er war.

Unbeschreiblich welche Wut in diesem Moment in mir aufstieg.
Die Zeit verging wie im Fluge und gegen 20:00 Uhr kauften wir den Reiseproviant für die Rückfahrt im Eroski ein. Viel Wasser musste mit, da der nächste Tag Temperaturen um die 35 Grad versprach.
Folglich fiel unser abendliches Zusammensein nicht mehr ganz so üppig aus. Morgen mussten wir ja alle fit sein.
Freitag 16.09.2011
Unsere Planung war, gegen 8:00 im Refugio zu laden. Tatsächlich waren auch Eva und Nuria pünktlich vor Ort. Gerade als die ersten Hunde verladen waren, rollte die Policia Local vor.
Uns rutschte schon ein wenig das Herz in die Hose. Man weiß ja nie!
Zwei außerordentlich freundliche Beamte stiegen aus und brachten etwas mit, mit dem wir wohl am Allerwenigsten gerechnet hatten.
Zwei wenige Tage alte Welpen, gerade mal eine Hand voll, hatten Sie an einer Straße gefunden und dann gleich an uns gedacht.
Natürlich nahmen wir diese beiden Babys auf.
Das Gespräch mit diesen beiden Beamten verlief daher sehr herzlich und wir verabschiedeten uns mit der Gewissheit, auch bei der örtlichen Polizei einen sehr positiven Eindruck hinterlassen zu haben und das schadet bekanntlich nie!! Außerdem konnten wir ihnen noch einen Gefallen tun, denn die Beiden wollten zum Oktoberfest nach München, nur wenige Tage später, hatten aber ein Problem mit der Reservierung ihres Hotels. Aber Dank Laptop und Handy konnten wir ihnen schnell helfen! Als dank gab es dann noch einen sehr nette Email am nächsten Tag von den Beiden!
Nun mussten wir uns jedoch sputen, denn die Sonne stand schon ziemlich hoch am Himmel und es wurde merklich wärmer.
Dank unserer Vorarbeit, hatten alle Hunde ihren festen Platz ( für mein grottenschlechtes Namensgedächniss hing in jeder Box ein Zettel ) und so ging es zügig voran.
Gegen 10:00 Uhr waren wir startklar. Der Abschied fiel wie immer schwer und bei Nuria flossen doch reichlich Tränen aber wir konnten leider nicht länger bleiben. 2.400 Kilometer lagen vor uns.
Die erste Etappe fuhr Sabine und gab mächtig Gas. Wir wollten zur größten Hitze möglichst auf Meeresniveau sein. Dort war es dann auch merklich kühler. Trotzdem blieben die Fenster die ganze Fahrt über offen. Nicht gerade angenehm aber wirkungsvoll.
Ohne weitere Hindernisse kamen wir zügig voran. Spanien, Frankreich ohne ungeplante Stopps. An der deutschen Grenze nahmen wir dann das Tempo raus. Wären sonst zu früh am ersten Haltepunkt angekommen.
Samstag 17.09.2001
Gegen 7:00 Uhr am Morgen erfolgte dann die Übergabe von vier Hunden an einer ruhigen Raststätte. Eigentlich übergeben wir keine Hunde so, aber unser befreundete Verein aus der Schweiz, übernehmen dort schon einmal ihre Tiere.
Gerade hatten wir die Türen offen, da rollte ein Dienstwagen der deutschen Polizei vorbei und blieb auch noch stehen.
Schlagartig stieg bei uns der Puls. Die beiden Beamten machten zudem nicht gerade den freundlichsten Eindruck und wir waren alle von einer Sekunde auf die andere hellwach.
Sabine übernahm dann das Gespräch mit den Beamten. Es wurden die Ladepapiere und Pässe sehr genau kontrolliert und im Verlauf des Gespräches wurden dann die Polizisten immer freundlicher. Obwohl dem ausländischen Tierschutz sehr skeptisch gegenüber, konnten wir durch unsere Offenheit und Transparenz und den Topzustande unserer Hunde die Beamten überzeugen, dass wir einen verantwortungsvollen Transport durchführten. Insbesondere Wasservorrat, Futter, Elektrolyte, Glukose, Kochsalzlösung und Notfallutensilien sowie der Charme unserer Sabine führen dann dazu, dass wir unsere Fahrt ohne weitere Probleme fortsetzen konnten.
Nachdem wir wieder auf der Straße waren, mussten wir jedoch alle erst einmal tief durchatmen.
Nachdem es vor einigen Monaten zu wirklich schlimmen Berichten über „Tierschutztransporte“ gekommen war, ist es eine gute Sache, dass mehr kontrolliert wird! Wir unterstützen das in jedem Fall! Bei unserem Transport gab es keinerlei Beanstandungen und so wünschten uns die Beamten eine gute Weiterfahrt.
Nächster Stop war dann in Karlsruhe. Alle Hunde durften aussteigen und tollten ausgelassen durch den Garten.
An dieser Stelle herzlichen Dank für den warmherzigen Empfang und die tolle Hilfsbereitschaft.
Nachdem einige unserer Passagiere ihren neuen Besitzer bekommen hatten, ging es wieder ans Einladen.
Fast fertig, bemerkten wir jedoch, ein Welpe fehlte. Die Kleine hatte sich irgendwo im Garten versteckt. Nach fast einer Stunde Sucherei, zerkratzten Beinen und nassen Klamotten hatten wir die kleine Violetta endlich wieder eingefangen. Ich glaube, auch die Kleine war heilfroh, endlich wieder auf einem Arm gelandet zu sein.
Weiter ging es dann Richtung Kerpen. Stau um Köln herum den ich allerdings verschlafen habe.
Als ich aufwachte, angeblich soll mein Ellenbogen den Weg an Sabines und Carmens Kopf gefunden haben ( Sorry an dieser Stelle ) waren wir fast da.
Wie immer wurden wir schon sehnsüchtig erwartet. Alle Hunde, die einen Platz gefunden hatten durften aussteigen. Auch “meine” Duna.
Sie wurde sogar gleich adoptiert!! Bei der Übergabe an die neue Familie standen mir die Tränen in den Augen und ich musste mich schnell abwenden damit es niemand merkt. Komisch wie man sich in so kurzer Zeit in einen Hund verlieben kann.
Vielen Dank an Gaby, für den netten Empfang und die Gewissheit, dass auf Dich immer Verlass ist.

Weiter ging die Fahrt Richtung Lotte. Hier kamen wir gegen 16:00 Uhr an. Das Hallo war wie immer erfrischend und herzlich.
Für mich sollte es hier aber noch nicht enden. Vier Hunde sollten den Weg nach Schleswig Holstein antreten uns so blieb mir nur wenig Zeit.
Ausladen der Hunde, sie konnten noch ein wenig bei Sabine toben und
dann wieder rein in mein Auto.
Über die Rückfahrt nach Hamburg ist dann nicht mehr viel zu sagen. Keine weiteren Staus. Gegen 22:00 trafen wir uns dann mit den Freunden von Frank Schoof. Die Übergabe erfolgte kurz und schmerzlos und die Hunde sind zwischenzeitlich heil und gesund in Schuby bei Flensburg angekommen.
Der Rest meines Weges war dann ein Katzensprung so dass ich um 22:30 Uhr wieder von meiner Familie in den Arm genommen wurde. Angeblich soll ich gar nicht so schlimm gerochen haben!
Zum Schluss möchte ich mich bei Allen bedanken, die an dieser Tour mitgewirkt haben. Pflegestellen, Mitglieder, unsere spanischen
Freunde, Sabine und Carmen und die vielen Spender!!
Ohne Euch ist eine derartige Aktion nicht möglich und ich empfinde trotz aller Anstrengungen eine tiefe Dankbarkeit und die Gewissheit:
WIR MACHEN DAS RICHTIGE
Und ich werde wiederkommen.
Liebe Grüße
Euer Kay
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Samstag, den 09. Juli 2011 um 20:45 Uhr |
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Carmens Abenteuerreise mit Galgos de la Luz e.V.
Für mich ging die Tour bereits am Montag, den 20.06.2011 los. Ich bin in meinem Job erst seit dem 01.03.2011, also noch in der Probezeit. Kriege ich Urlaub oder nicht? Ich war ganz schön aufgeregt und Dienstag am 21.06.2011 kam die erlösende Nachricht, „ja Frau Klockgether Sie bekommen in der Zeit vom 27.06.2011 bis 01.07.2011 Urlaub.“ Vielen Dank noch einmal an meine Chefs und meiner Kollegin, die uns diese Tour ermöglicht haben.
Sonntagmorgen, nein, erst 8.00 Uhr. Noch zwei Stunden, bis wir den Transit von Hertz holen können, wie soll ich denn da die Zeit rumkriegen, erst einmal Kaffee kochen, Valiente, Dujan und Amador zu mir mit ins Bett (die waren schon die ganze Nacht drin, grins) kuscheln, kuscheln u. nochmals kuscheln. Endlich, der Transporter ist da. Dank Bernd, Detlef und Mike haben wir schnell den Transporter reisefertig gemacht, wie Pappe und Plane auslegen, zwischendurch Kaffee und Kuchen, so kann man sich bei diesem schwülen Wetter durchschlagen. Der Gedanke ist nur, hoffentlich ist das am Montag bei der Abreise nicht so heiß. Da kommt die erschreckende Nachricht im Wetterbericht bis zu 33 Grad, autsch. Aber mit viel kalten Getränken u. Melone wird es wohl schon gehen.
Sabine kommt dazu. Die Transportboxen werden zusammengebaut und bereits im Transit so gestapelt, dass wir vor der Abfahrt am Freitag, 01.07.2011 die Schützlinge nur noch in die Boxen heben müssen und dann los. Dank der geschickten Hände von Bernd und Detlef bekommen wir diese mit Organisation von Sabine gestapelt und festgebunden.

Juhu, der Transporter ist fertig, die Tasche ist gepackt, nu kann das losgehen. Leider habe ich noch eine Nacht die ich schlafen muss, hoffentlich kann ich auch schlafen… Eine Woche ohne meine Schnuckis (Valiente, Dujan und Amador), wie soll ich das nur aushalten. Aber ich freue mich schon soooo sehr endlich Nuria wieder zu treffen, Eva und die anderen kennenzulernen. Das Refugio mit den Schützlingen life zu sehen und zu erleben. Da wird das gar nicht so schlimm, glaub ich…
Endlich Montagmorgen (5.30h) wie auch sonst bei mir! Es geht los, Frühstücken WAS, nein ich will los! 10.30 h alles ist gepackt, Klamotten verstaut, von den Jungs zu Hause verabschiedet, der Transit rollt vom Hof. Keiner der uns verabschiedet und nachwinkt? Mmmh!
Gemütlich auf der Autobahn versucht uns die ganze Zeit das Navi zu ärgern, bei jeder Abfahrt „nehmen Sie die Ausfahrt“! Wir: „Nein“ wir fahren nicht über Luxemburg. Ich schwöre, hätte das Navi noch einen größeren Wortschatz, hätte es uns beleidigt. Um 17.00 h sind wir an der französischen Grenze angekommen uuuunnnndddd es ist noch hell. Wir passieren Lyon uuunnnnddd es ist noch hell.

Die spanische Grenze habe ich leider verschlafen, egal. So Fahrerwechsel. Die unbeschreibliche Schönheit des weiten Landes, unglaublich. Gespannt kommen wir, nach einer Strecke von 2.400 km, um 10.00 h in Tomelloso an. Beim Einchecken hörte man schon die Dusche rufen…
Mittags trafen wir uns mit Eva und Nuria zum Essen im „La Parella“. Es ist super heiß, 40 Grad im Schatten. Der Kellner freute sich, die Deutschen sind wieder da. Stolz zeigte er uns seine neue Anschaffung. Unter der Sonnenmarquise lief ein Schlauch entlang, wo alle 50 cm eine Düse saß und kaltes Wasser aussprühte zur Erfrischung. Herrlich, wir haben uns gleich daruntergesetzt. Eva kommt. Endlich lerne ich sie kennen. Die Begrüßungsfreue war gigantisch. Küsschen links, Küsschen rechts. Nuria kam später dazu, sie wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass ich den Transport mit Sabine gefahren bin. Ich versteckte mich drinnen als Nuria dazukam. Nuria setzte sich nach großer Begrüßungszeremonie. Sie fragte schockierend, bist Du alleine gefahren? Nein. Sie fragte, ob Kay mitgefahren ist. Sabine erwiderte: Nein! Eva hielt ihr die Augen zu bis ich raus kam. Das Wiedersehen: Zwei vor Freude schreiende Frauen. Alle, sogar die Einheimischen die rings um uns zu saßen, haben sich mitgefreut. Die 2.400 km die man soeben hinter sich hatte, waren schon wieder vergessen. Ich kann mich nicht erinnern, schon mal so herzlich aufgenommen worden zu sein. Erst einmal ein schönes kaltes Bier „una cerverza grande, frio“!
Sabine konnte es schon nicht mehr hören: Fahren wir heute noch ins Refugio? Wann fahren wir denn? „Heute Abend, wenn es ein wenig abgekühlt ist.“ Nuria ging auf einmal weg. Nach einer Weile kam sie wieder, sie kam mit unserem Schützling, den süßen Cocker „Oliver“ wieder. Dann traf mich der Schlag. Der ganze hintere Teil bei ihm, eine riesen Bisswunde. Oliver wohnt z. Zt. bei Nuria zu Hause um ihn Gesund zu pflegen. Der ist so lieb und brav. Ich wünsche mir ganz schnell ein schönes zu Hause für den kleinen Mann.
Weiter geht’s. Sabine will mir die Tötung zeigen. Wir befahren eine Straße voll mit großen Lagergeschäften und Werkstätten, dazwischen geht eine kleine Straße ab, und es ragt eine mit einer Mauer umzäuntes Gelände aus dem Boden. Es kommt ein vor, alles was hinter der Reihe von Geschäften ist, geht niemandem was an. Was wir nicht sehen…
Endlich ist es Abend. Wir fahren ins neue Refugio. Ich bin soooo gespannt. Ein riesen großes tolles Gebäude mit vielen Räumen. Draußen ein riesiges eingezäuntes Gelände. Ich bin beeindruckt. Wir gehen rein. Und da kommt sie, die stürmische Begrüßung der ersten Bande (Welpen), die drinnen separiert von den Großen gehalten werden. Die Schnürsenkel meiner Turnschuhe sind ein tolles Spielzeug! Es wird gespielt, getobt und ganz ganz viel gekuschelt. Weiter geht’s nach draußen. Es geht weiter mit der stürmischen Begrüßung. Alle wollen gestreichelt werden, natürlich wird das auch prompt erledigt. Die zauberhafte Fuega kam als erstes angerannt, sprang mich an, schaute mir in die Augen, wo drin zu stand, „und Du nimmst mich dieses Mal mit!“, oh ja, ich nehme Dich dieses Mal mit. So, nun wird gearbeitet. Ich halte die Hunde und Sabine schießt neue Fotos für die Homepage. Wer kommt denn da um die Ecke geschlichen, wow, eine riesen große hellbraune Schönheit. Samuel, ein ganz souveräner, lieber und verschmuster Mastinrüde.
Nach der Fotosession kommt die große Aufgabe für mich, welchen Pflegie nehmen wir mit! Am liebsten ALLE! Entschieden habe ich mich dann für Gitano, der am dringendsten raus muss. Der Veterinario Juano ist zwischenzeitlich auch eingetroffen. Hatte ich schon erwähnt, dass ganz viele Küsschen verteilt wurden und werden J! Die hübschen Vierbeiner machen da auch keine Ausnahme.
Weiter geht’s, Eva und ich schnappen uns Wundspray und Desinfektionsmittel, um die Wunden der Tiere zu versorgen. Ich war geblendet von der Schönheit des Landes und wurde schnell auf den Boden der Tatsachen, als ich diese Bilder sah, zurückgeholt.
Mike ruft zwischenzeitlich an, Fuega kann nicht kommen, ich schreie WAS!!! Warum… ich konnte es einfach nicht verstehen, dass die Pflegestelle abgesprungen ist! Traurigkeit und Wut kamen in mir hoch. Kann man sich sowas nicht vorher überlegen???
Schnupper, Schnupper, WAS IST DAS? Isabella, die ältere Frau, die im Refugio hilft …. Ohne Worte. Sie füllte einen Container der für das Refugio bereitgestellt ist, um Müll zu entsorgen und zündete diesen an. „NO,…NO…, water, water“. 40 Grad im Schatten, alles knochentrocken und sie spielt mit Feuer! Alles wurde fallen gelassen, wir sind losgerannt um das Feuer zu löschen. Von Isabella war nichts mehr zu sehen. Das, was neben vor dem Container lag, harre sie extra angezündet. Ich habe die Krise während wir beim Löschen sind. Eva schreit: Paloma…, Paloma…, Paloma…. Unsere Augen richten sich auf die andere Seite des Zaunes (während wir noch am Löschen sind). Zwei Hunde spazieren dort rum. Oh Schreck, ist die Tür auf? Eva beruhigte uns „no, the dogs a outside of the Refugio.” Alle schnellen mit nach draußen, um nach den Ausreißern zu suchen. Nuria kommt zwischenzeitlich von der Arbeit, als sie das mitkriegte, schnappte sie sich Futter und fuhr wieder los. Es ist nicht in Worte zu fassen, wie beeindruckt ich von den Spanierinnen bin. Ohne zu diskutieren, sofort anpacken. Wenn ich „Hauruck“ schreibe, hoffe ich, dass alle wissen, was gemeint ist. Wir können die beiden Strolche schon nicht mehr sehen und gehen zurück. Ich rauch jetzt erst mal eine!!! Da kommt Nuria, juhu sie hat beide Schützlinge im Gepäck. Paloma eine wunderschöne Podenca und einen Junghund. Total süüüßßß. Mittlerweile ist es 22.00 Uhr. Eva ruft uns zu „Hungry?“ Alle antworten: „Siiiii“. Also los zum La Parilla. Wir hatten eine Menge Spaß. Es wurde viel gelacht und geredet (4-sprachig). Der erste aufregende Tag ging für mich zu Ende, als Sabine auf einmal hochsprang und losrannte. Ein schwarzer Galgo, Eva rannte hinterher und Nuria sprang ins Auto und versuchte, dem Galgo den Weg abzuschneiden, doch leider ohne Erfolg.
Der nächste Morgen bricht an, die Nacht war ein einziges Flammenmeer in meinen Träumen. Natürlich werde ich so früh wach wie immer. Duschen, Kaffee, Zigarette, super Reihenfolge, so wird’s gemacht. Oh nein, da fällt mir ein, das Wundspray steht noch draußen im Refugio (gestern Abend war dort noch Schatten!). Mir sitzt ein Kloß im Hals und Sabine schläft noch. Das lässt mir jetzt ebenfalls keine Ruhe. Es ist schon so warm! Sabine steh auf! Nach den ganzen Gezündel und dem schnellen Handeln hab ich einfach das Wundspray abgestellt. Hoffentlich ist da jetzt Schatten L.
Heute darf ich zu meiner super süßen Carlotta. Sie ist separiert mit den etwas älteren Welpen, weil sie sich draußen super um die kleinen Schützlinge kümmert. Mechthild (meine Kollegin) ich werde Dir berichten! Sie hat bereits einen Labradorrüden und ich hatte ihr vor der Tour Carlotta gezeigt. Oh nein, ist die süß. Carmen…, hör auf.
Wir haben jetzt Mittwochmittag, Sabine macht Siesta und mir zittern immer noch die Knochen als ich diese Zeilen schreibe:
Bevor wir los sind gegen 10.30 Uhr kurze Ablaufbesprechung: Kurz am Refugio vorbei, ob das Feuer aus ist, danach zum Eroski (Einkaufszentrum) und dann zur Parreira. Auf geht’s: Wir fahren in Richtung Refugio. Von weitem sieht man Rauchschwaden (meine Knochen fingen an zu zittern vor Angst) oh nein, mein Herz schlägt bis an die Ohren. Mir war schlecht und ich zitterte am ganzen Körper. Damit die Hunde nicht so aufgeregt sind wie gestern, fahren wir ums Refugio um zu. Hinten ist das Refugio nur eingezäunt, man kann es gut einsehen. Der Inhalt des Containers war komplett abgebrannt. Gut, dass wir so viel Wasser hinein gekippt haben (ca. 2 Badewannen), sonst hätte es lichterloh weitergebrannt. Ich sage nur … Matratzen…! Eroski war nicht aufregend, wir fahren weiter zur Perrera (Tötung). Wir stehen vor verschlossener Tür und warten. Ein Auto fährt vor. Ein Mann und ein Junge steigen mit einem Rauhhaarpodenco aus. Super süß. Ramon der Leiter der Parreira trifft mittlerweile ein. Spricht mit den Männern, zeigt auf uns Allemania Allemania. Die Männer kommen zu unserem Wagen, sprechen mit Sabine spanisch, sie nickt und winkt „Si“. Autotür auf, Transportbox auf und rein mit dem süßen „Cun“.
Der zauberhafte Cun braucht die Tötung erst gar nicht von innen sehen. Ich nehme ihn auf den Arm und er hat mich sofort mit seinen bernsteinfarbenden Augen um den Finger gewickelt. Seine Augen sprachen: JA, ich komme mit, die Deutschen sind lieb, kuscheln mit mir und KÜSSCHEN gibt es auch, mmmh überredet.
Wir gehen in die Tötungsstation rein, erst einmal direkt zu den Welpen und Fußhupen. Ein kurzer Blick von Sabine. „Die nehmen wir alle mit.“ Wir gehen weiter die Boxen entlang und da sehe ich sie, Josefina (von mir so getauft). Sie steht aufrecht und winkt mit der Pfote aus dem Zwinger. Streichel mich, nehme mich bitte mit. Sie weinte. Natürlich ging ich zu ihr, streichelte sie, Sabine war schon weiter gegangen und hielt Ausschau, welcher Hund mitkommt. Erst zog sich bei mir der Hals zu. Dann füllten sich meine Augen mit Tränen und ich zitterte am ganzen Körper, schon wieder! Der Gedanke, in einer Tötungsstation zu stehen und die armen Seelen die so lieb und freundlich sind, dort zu lassen, die nach Aufmerksamkeit und Liebe betteln, macht mich so fertig, dass ich nur noch raus wollte. Sabine beruhigte mich mit den Worten: „Ist alles gut, seitdem wir regelmäßig Hunde retten, braucht Ramon keinen Hund mehr töten.“ Womit sie recht hat. Mein Blick wandte sich wieder zu Josefina (am Weinen war ich immer noch!). Sabine, ein Blick, sie seufzt, ja wir nehmen sie mit.
Nun kommt Ramon dazu. Wir wurden uns vorgestellt. Ich war positiv überrascht. Wenn ich zurück denke, wie fies er sein sollte, kann ich mir nicht vorstellen. Ein Lächeln von ihm, Küsschen links Küsschen rechts, Carmen AH, er macht Späßchen wegen des spanischen Namen. Sabine hat verstanden was er sagte, ICH NICHT! Er hat natürlich auch wieder (wie immer) eine Flasche Deutschen Schnaps bekommen. Dann zeigt mir mal, wen ihr euch ausgesucht habt. Sabine und Ramon gingen in die Runde und zählte die Hunde durch. Wir stehen vor einem Zwinger, in dem eine weiße Galga saß. Ramon wollte uns diese nicht geben und zog Sabine zurück zum Nachbarzwinger, wo nix zu sehen war. Er zeigte in die Unterkunft. Hier, dass ist euer Hund und tatsächlich. Ein wunderschöner, großer weißer Galgo. Sabine: her damit. 9 Hunde ziehen um ins Refugio. Ramon war so nett und brachte uns die Hunde mit zum Transporter und lud sie behutsam ein. Also um es mal deutlich zu machen, das ist nicht der Ramon, den ich von den Erzählungen her kenne.
Meine Hände und Knochen zittern immer noch! Wir sind auf dem Weg zum Refugio. Schließen die Tür auf und schauen, bevor wir ausladen, ob uns nicht einer entgegenkommt von den Vierbeinern, die da eigentlich nichts zu suchen haben. Aber die Luft ist rein. Öffnen pro Forma schon mal die Zwischentür und es ertönt eine männliche Stimme. Oh mein Gott, erschrocken schauen Sabine und ich uns an „Wer ist da im Refugio!“, ah es ist nur Esteban, der seit ein paar Wochen im Refugio hilft. Küsschen links, Küsschen rechts. Er erzählte, die Polizei war wegen dem Feuer da, oh nein, hoffentlich gibt das keinen Ärger. Lasst uns erst einmal die Hunde ausladen. Zu Dritt packen wir an. Sabine: „Sag bitte Esteban, ich … (spanisch) WAS SOLL ICH SAGEN??? Sabine! Sprich deutsch mit mir! Sag ihm …, OK. Mein Spanisch war eine turbulente Seefahrt J, wir haben viel gelacht. Die Hunde fanden das Ausladen bei der Coolnis von uns ziemlich entspannt. Meine Hände zittern aber immer noch!
Beim Mittag konnte ich kaum meine Gabel halten oder anders: mir viel fast alles runter (vor zittern). Danach Siesta bis 17.30 Uhr. Abends ging es wieder ins Refugio, wo zwei Rüden auf ihre Kastrationen warteten. Beim ersten Rüden war Sabine dabei, hat Spritzen aufgezogen und gehalten. Das ist gar nicht schlimm. Schau mal zu. Evas Handy klingelt, eine Labrador-Hündin und ein Welpe sollen beim Eroski abgeholt werden. Sabine macht sich auf den Weg und holt den Besitzer mit den Hunden ab. Ich stehe bereits mit Spike in dem Klinkiraum. Ihm wird der Zugang der Spritze ins Vorderbein gelegt. Spike knutscht mich vor Angst die ganze Zeit ab. „Mein Armer, alles wird gut, Du darfst mit nach Deutschland.“ Der Tierarzt meint: Ist egal in welcher Sprache Du das sagst, und ihn beruhigst, die Stimmlage ist entscheidend!
So, alles ist für die OP vorbereitet. Spike schläft jetzt. Meine Blicke gehen an Eva und dem Veterinaro. Ich verdrehe meine Augen ein wenig lächelnd, Eva sagt: „Its better you Go“… „Yes of course“ und ging raus.
Die Kastrationen sind geschafft, die Vierbeiner benebelt aber wach. Wir gehen die Transportliste noch einmal durch, da kommt das nächste Abenteuer. Nuria ruft Eva an, Paloma, Ivan und Duna. laufen frei. Sabine und ich wollten uns gerade auf den Weg ins Hotel machen, da sehen wir Nurias Auto am Straßenrand stehen. Sabine macht eine Vollbremsung, fährt rechts ran und schmeißt den Warnblinker an. Wir sehen die 3 Ausreißer schon wieder Richtung Refugio laufen. Wir fahren also zurück. Eva läuft den Ausreißern entgegen ich gehe hinter das Refugio, und WAS SEHE ICH, Husky-Hündin …. steckt erst die Nase, dann die Ohren durch den Zaun, hach, dann passt der Rest auch durch. Schnell hocke ich mich hin, da kam sie gleich angetrabt. Schmeißt sich vor mir auf den Rücken, kraul mich, bitte bitte bitte. Am Halsband gepackt und den Bauch gekrault, während dessen kam der zweite Hund, Scotex, durch den Zaun gehuscht. Ich rufe NO, Eva Eva Eva schnell, jump, Eva run. Die anderen Vierbeiner standen bereits Schlange. Die beiden Strategen haben wir wieder durchs kleine Loch geschoben. Ich habe von außen aufgepasst, dass keiner mehr durchkonnte, Eva und Isabella haben das Loch von innen geflickt. Mittlerweile war es schon 22.30 Uhr. Jetzt aber auf zur La Parilla und etwas Essen. Maria-Jesus, die sich um die Katzen in Tomelloso kümmert, und ihr Mann Gabbi kamen dazu. Wir kamen ins Gespräch und berichteten, dass uns Ramon die weiße Galga nicht mitgeben wollte. Gabbi fragte, ob wir wirklich die weiße Galga haben wollen. Sabine „Claro!“. Lass mich das mal morgen erledigen, bietet er an. Was für ein Abenteuer.
Donnerstagmorgen, der Wetterbericht für Freitag wird angeschaut, ooohhh Valencia, Freitag 28 Grad. Erst hatten wir die Planung Freitagabend zu starten, damit bei der Hitze unseren Schützlingen nichts passiert. Jetzt können wir bereits Freitagmorgen auf die Piste.
Mit diesem Gedanken im Hinterkopf geht es in die City von Tomelloso. Ein gigantisches Rathaus, eine Kirche von innen unbeschreiblich schön, in der wir 2 Kerzen angezündet haben, für eine gute Heimfahrt.

Gegen spät Nachmittag sind wir wieder im Refugio. Unser Tierarzt Jose-Luis kommt auch dazu, er checkt die Hunde für die Abreise. Abends treffen wir uns dann mit den Mädels und unserem Tierarzt Jose-Luis zum Abendessen im La Parilla um die Woche ausklingen zu lassen. Sabine und Jose-Luis politisieren… wir Anderen sprechen lieber über andere Dinge…
Freitagmorgen, es geht los. Treffpunkt 8.00 h am Refugio, alle waren pünktlich. Wir sind gerade am einladen, da laufen Duna, Largo und Mayo an uns vorbei. Nein, nicht schon wieder!!! Der freundliche Nachbar kommt und hat schon Bolena in seinem Auto, wir bedanken uns freundlich für seine Hilfe. Alle Hunde wieder einfangen, das Loch flicken, das ganze Programm. Eva konnte beobachten, dass die wunderschöne Duna
mit der Nase so lange am Zaun bohrt, bis ein Loch da ist, schmunzel. Fertig beladen, mit Kühlpacks, Glucoselösung, Kochsalzlösung und natürlich ausreichend Wasser am Bord, damit wir die Schützlinge für den Notfall gut versorgt wissen, machen wir uns auf den Weg. Die Verantwortung, die wir ab jetzt für jede einzelne Seele tragen werden, nehmen wir sehr ernst. Fahrlässiges Handeln, wie es kurz zuvor bei einem anderen Verein passiert ist, kommt für uns nicht in Frage (ist ohne Worte).
Die Fahrt war ruhig und anstrengend. Die Sonne geht auf, wir sind fast in Deutschland. Die ersten Abholer werden benachrichtigt, dass wir den ersten Treffpunkt gegen 05.30 h ansteuern werden. Gespannt warten sie schon und freuen sich auf die Hunde. Erst mal einen Kaffee und eine Zigarette J. Weiter geht’s zum zweiten Treffpunkt, wo alle Hunde aussteigen und einmal in der Reithalle bei Gabi rennen dürfen. Vielen Dank an unsere liebe Gabi und Iris, die gute Seele, die uns wieder einmal verköstigt. Viele Kinder warten bereits schon auf uns. Wir werden köstlich mit Kaffee und belegten Brötchen umsorgt. Gemütlich sitzen wir beisammen, sprechen mit den Abholern und die Kinder toben in der Reithalle mit den Hunden. Ein toller Anblick. Alle Hunde sind super gut drauf nach dieser langen Fahrt. Einmal noch aufraffen und weiter geht’s nach HAUSE, wo wir schon sehnsüchtig erwartet werden…
Schlusswort: Es war toll! Die vielen Eindrücke sind nur langsam zu verarbeiten…aber im Kopf bleibt bei mir vor Allem: welch eine unglaubliche Arbeit die Frauen in Spanien leisten…, die atemberaubende Schönheit der La Mancha, die Hunde, die einem ans Herz gehen und die Freude der Menschen, die „ihren“ Hund entgegennehmen dürfen.
Die Fahrt hat mich wirklich angestrengt, aber die Freude dabei gewesen zu sein, ist es wert. Ich bin immer wieder dabei…
Carmen
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