Geschrieben von: Administrator   
Sonntag, den 04. Dezember 2011 um 19:18 Uhr

Emma's kleine Hundestory

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...Emma's Story könnt ihr hier lesen.....

 
Geschrieben von: Kristina   
Donnerstag, den 25. August 2011 um 20:29 Uhr

Babicz, kleiner Mann ganz groß

 

Als Babicz zu mir kam hieß er noch Robin. Hunde heißen nicht Robin!!!! Kinder aus der

Nachbarschaft heißen Robin. Und auch nur die allerschlimmsten! Solche, die sich mit Kindern die Kevin heißen wie die Kesselflicker prügeln und deren kleine Geschwister Yvonne und Chantalle sich schon gegenseitig vom Bobbycar schubsen!

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Als Franzi die Kofferraumklappe öffnete waren meine Augenbrauen am oberen Anschlag.

„ Poh, und der stinkt!!“ war Franzis erster Kommentar…

Kennen wir! Spreche ich großmütig, während ich feststelle dass der winzige Hund im Innern des Transportkäfigs einen ganz besonders unhygienischen Eindruck macht.

Irgendwie…. Uäh! …. 2 beeindruckende Bisswunden auf seinem

rappeldürren Rücken komplettierten den lumpigen Eindruck.

 

Keiner weiß wo Babicz herkam und was er in seinem kleinen Leben bereits erleben musste. Nein, Babicz war kein Held! ;-) In den ersten Tagen im Refugio hat er sich noch angekotet wenn ihn ein Mensch angefasst hat.

Danke Nuria, dass Du ihn so gut hinbekommen hast in der kurzen Zeit! J

Als er hier ankam hat er schon nur noch geschrieen wenn man ihn berühren wollte.

 

Als ich den klitzekleinen Mausemann das erste Mal sah, saß er in der riesigen Transportbox. Geduckt, klein, traurig, sehr verlassen und unglaublich übel riechend!

Eigentlich wollte ich keine Hunde mehr nehmen! Und gerade gar keine Welpen!!! Hundekinder sind sehr ätzend! Sie kacken und pieseln ständig! Auch nachts! Wenn sie wach sind machen sie Schaden! Dieser sei ein Panikhund hieß es. Ein klein bleibender Mischling….

Mit spitzen Fingern trug ich den Zwerg ins Haus! Erste Tat: Übelriechender Stuhlgang!

Etwas zu übel riechend!

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Ich preise den Tag an dem ich beschlossen habe, dass es nicht immer notwendig ist das System „Lernen durch Schmerzen“ selber zu durchleiden, sondern einfach mal auf jemanden zu hören, der das schon gemacht hat… ;-)

 

Meine herzallerliebste Sabine hatte ein paar Monate vorher ebenfalls einen Hund aus dem Heim bekommen und sich in einer wahren Odyssee mit ihrer kleinen Elli Pirelli durch einen Untersuchungsmarathon gewühlt, mit dem unangenehmen Ergebnis: Giardien.

 

Zum Glück wusste ich dank ihres Hundes bescheid und hatte mich ausreichend mit Latexhandschuhen, Spiritus, Küchenrolle, Mülltüten und Babypopotüchern eingedeckt!

Mit dem Namen des Medikamentes gegen das die garstigen Giardien noch keine Resistenz entwickelt haben und mit einer Bedienungsanleitung für eben dieses Mittel.

Die Panankur, die augenblicklich zum Einsatz kam hätte ich auch unter ständigem

Rühren in den Abfluss kippen können.

Denn nach 5 Tagen Panakur reichte das Laborergebnis immer noch für Giardien ++.

Der kleine Hund war elend. Es ging ihm reichlich bescheiden und ich war des nächtens gewiss mehrere km unterwegs um Hund und Hinterlassenschaften in die Natur zu tragen.

 

Bis zu diesem erhebenden Moment, in dem ich das Mittel der Wahl in den Hund stecken konnte, vergingen allerdings insgesamt 6 Tage mit den dazugehörigen Nächten. Eben Ostern!

 + die Zeit die ich auf das bestellte Mittel warten musste.

 

Spätestens alle 2,5 Stunden musste der kleine Prinz zum auskippen in den Teil des Gartens, der unerreichbar ist, für alle anderen Hunde. Er hatte fürchterliche Bauchschmerzen und jammerte durchgehend. Wenn er nicht gerade explodierte schlief er.

Um auch nachts zu verhindern, dass er sich in irgendwelchen Ecken entleerte und seine kontaminierten Hinterlassenschaften ein abfackeln des Laminats nötig machten, schlief er in einem Welpengehege neben meinem Bett.

Einmal in den Muttermodus gesprungen höre ich auch des Nachts  jede kleine Unregelmäßigkeit von Atmung und Verdauung!!!

Durch leidvolle Erfahrung bin ich unterdessen in der Lage am Geräusch der Peristaltik zu erkennen, ob wir´s noch in den Garten schaffen wenn ich vorher noch Latschen anziehe…

 

Meine Else, die beste Doberfrau von allen! Reagierte sehr abweisend! Else ist ein absoluter Schatz was Pflegehunde angeht! Bislang hat sie jeden nach der vorgeschriebenen Schmollzeit liebevoll aufgenommen. Als ich ihre Reaktion auf den Zwerg sah war mir klar, dass das erste Gefühl das ich hatte als ich ihn sah ( hm – ich bin mir nicht sicher, ob er es schafft.) mich nicht getrogen hatte. Sie stand über ihm und bot sofort an ihn zu erlösen….

 

Else reagiert nie aggressiv auf Pflegetiere (jedenfalls männliche). Sie ist ein großes Muttertier und liebt es Neuzugänge zu betüdeln und zu pflegen.

Eine solche Reaktion von ihr habe ich nie zuvor erlebt.

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Während Else die ersten Tage nicht wirklich viel auf den Zwerg gab, nahmen sich meine beiden Pflegeeinheiten Katze Essiggurke und Pommi liebevoll des Neuzugangs an.

 

Am 7. Tag nachdem er ankam, kam noch eine Lungenentzündung dazu… L

Babicz hatte morgens schon über 41° Fieber. Er lag nur noch da…

Das Elend währte insgesamt 6 Wochen.. nächtliche Hustenattacken, erneuter Durchfall nach der ersten Etappe des Giardienmittels, dann wegen der in Mitleidenschaft gezogenen Darmflora. Danach: endlich schlafen!!! J

Das Osterei bekam echtes Fell! Die filzige, spröde Welpennotverpackung wich glänzendem Haarkleid von recht interessantem Wuchs… ;-)

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Zuerst bekam er einen Terrierbart und abstehende, einzelne lange Borsten im

Bugbereich dann ziemlich lange Haare auf dem Rücken. Neben seinem linken Ohr steht nach wie vor ein Fellpinselchen in 4 cm Länge aus dem ansonsten kurzen Fell.

 

Nachdem Babicz nach fast 3 Wochen endlich halbwegs gesund war begann er zu wachsen!!!

Der klein bleibende Mischling nahm innerhalb kürzester Zeit gewaltige Ausmaße an. Innerhalb einer Woche hatte er sein Gewicht verdoppelt!

In der ersten Woche wuchs er 10! cm.

 

Pommi hatte es unterdessen aufgegeben mit dem kleinen Guerilla zu spielen. Zu viele zu fiese Milchzähne. Stattdessen nahm Else sich nun des wilden Pfleglings an und war ihm ebenso wie ich innerhalb kürzester Zeit verfallen! J

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Heute hat sich Babicz vom Milchzahntiger zu einem kapitalen Hundekind entwickelt.

Erste Anflüge der Pubertät huschen durch unser Alltagleben

Und das „NEIN“ ist zum festen Bestandteil seines Wortschatzes geworden.

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In seiner heimischen Meute hat er genug Kumpels, die er nacheinander in den KO spielen kann, wenn die Gassirunden mal wieder viel zu kurz waren.

Er wächst langsamer jetzt! Was mich sehr erfreut denn die anfängliche Wuchsgeschwindigkeit hat uns alle in blankes Entsetzen versetzt. ;-)

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Das Hundekinderturnen hat er mit Bravour hinter sich gebracht und mich dabei

durch seinen mutigen Sprung in die Ballkiste mit sehr viel Stolz erfüllt! J

Die eigenen Kinder sind doch immer die besten! ;-)

 

Wenn ich mal wieder mit zornrotem Kopf hinter dem „kleinen“ Schädling herlaufe, weil er mit diversen Zeitungen, Plastik- Stoff- und Metallteilen,  Klorollen,  Schuhen, Besteck und anderen extrem verbotenen Dingen, die er sich schamlos aus Schränken oder von Regalen erbeutet, sobald ich mich auch nur eine Sekunde umdrehe,

eine lustige Spänekollage gebastelt hat, sind sie fast vergessen die Sorgen vom Anfang.

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Die durchwachten Nächte, die 2 Tage, an denen nur noch das gute bewährte

TLC (tender-loving-care) in Höchstdosierung ihn auf dieser Seite der Welt gehalten haben.

 

In spätesten 2 Tagen werde ich seine Decke neben meinem Schreibtisch wieder um eine Lage größer aufklappen müssen, weil seine immer noch erschreckend großen Pfoten schon ein beachtliches Stück überhängen..

Vermutlich wird er auch aus dieser Decke vor lauter Freude eine weitere

Kollage basteln  und auf die gleiche Art wie seine menschliche Ziehmutter  angenervt die Augenbraue hochziehen wenn meine Begeisterung darüber sich in Grenzen hält!

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Umgekehrt erwische auch ich mich dabei, wie ich bei dir  klaue.

Ruhe, Gelassenheit und die begeisterte Freude über einen vorbeilaufenden Käfer.

 

Dein unendliches Vergnügen darüber wieder etwas Neues entdeckt zu haben.

Dich bei dem Versuch Frösche zu fangen zu beobachten, ist immer gut für

Lachen, auch wenn mir das gern wieder im Halse stecken bleibt,

wenn du nass, stinkig und modderig Sekunden später strahlend aufs Sofa springst.

Wir haben ja jede Menge Handtücher!!!

Und Schaufeln um Deine Kraterlandschaft im Garten wieder zu ebnen.

Schön, dass du gerade bei uns gelandet bist kleiner, großer Babicz!

Du erhellst uns den Tag, zeigst uns was wir schon fast vergessen hatten.

Wir freuen uns auf ein Leben mit dir!!!

 


 
Geschrieben von: Sabine   
Sonntag, den 07. August 2011 um 21:17 Uhr

Corazons  Geschichte

 

Ich bin Corazon. Aber eigentlich gab man mir in Spanien den Namen Atzon. Geboren wurde ich in Spanien, genauer gesagt in der LaMancha. Ein Landstrich, von unglaublicher Weite… und von dieser Weite träume ich manchmal noch.

 

Meine Mutter war ein Windhund, eine Galga. Sicherlich nicht die Schönste im Rudel des Jäger, bei dem ich aufgewachsen bin, aber sie war schnell und wendig und machte unserem Herrn viel Freude, denn sie kam nie ohne Beute zu ihm zurück. Deshalb durfte sie auch bei ihm bleiben, als sie älter und langsamer wurde. Die Knochen taten ihr weh, viel Futter gab es auch nicht, aber sie hatte einen sicheren Platz beim ihm. Natürlich sollte sie ihm viele gute Welpen bringen, so gute und geschickte Jäger, wie sie selbst ein war.

Eines ihrer Kinder bin also ich und ich trat in ihre Fußstapfen. Unermüdlich ging ich mit meinem Herrn zur Jagd, passte auf, um Nichts falsch zu machen und so hatte ich recht bald einen festen Platz unter seinen anderen Galgos.

Wenn er zufrieden mit uns war, dann klopfte er uns auf den Rücken, oder streichelte sogar unsere Köpfe. Wir mochten dies nicht wirklich gerne, aber wir wussten, dass es eine Auszeichnung war und hielten deshalb still.

Ich war stolz, dass ich dazu gehören durfte, auch wenn ich recht schnell merkte, dass meine Beine mich nicht immer so trugen, wie ich wollte. Auch mein Herz klopfte nach jeder Jagd noch lange ganz stark und ich hatte Atemnot. Mein Herr sah mich immer öfter stirnrunzelnd an und so kam der Tag des Abschieds dann doch, als ich vier Jahre alt wurde.

 

Mein Herr öffnete das Auto, mit dem er uns sonst zur Jagd fuhr und ich stieg ein. Allein, was mir große Angst machte, aber ich bleib tapfer und jammerte nicht. Wir fuhren eine Weile, wohin genau, konnte ich nicht erkennen.

Dann hielten wir vor einem großen braunen Tor und er holte mich auch dem  Wagen. Ich konnte hören, dass dort viele andere Hunde hinter dem Tor waren, sie bellten und mir machte das Angst.

Mein Herr sprach mit einer Frau, die am Tor stand. Sie sah mich mitleidig an und streichelte mir dann liebevoll über den Kopf, ganz anders, als mein Herr das immer tat.

Dann nahm er mein Halsband ab, wartete, bis die Frau ein anderes überstreifte. Sie hielt mich fest, als mein Herr sich umdrehte und wegging, ohne mich mitzunehmen. Einen Moment sah ich ihm nach, dann fügte ich mich mit gesenktem Kopf und ging mit der freundlichen Frau durch das Tor… meine Angst war so groß…

 

Und ich hatte Grund, mich zu fürchten. Von allen Seiten kamen Hunde auf uns zu, große, kleine, freundliche und sehr viele unfreundliche… Sie knurrten mich an, schnupperten aufgeregt an mir herum und ich zog meine Rute bis unter den Bauch. Hier sollte ich nun bleiben? Oh nein, nur das nicht! Überall waren hohe Mauern, Zäune trennten einzelne Bereiche ab, ich konnte sehen, dass hinter einem besonders gesicherten Zaun einige Welpen spielten und ich wünschte mir, dass ich bei ihnen sein dürfte. Sie sahen nette und freundlich aus, ganz anders als der große Galgorüde mit dem struppigen Fell, der mich ständig anstarrte und knurrte. Die nette Frau streichelte mich und sprach leise mit mir, aber ich war zu aufgeregt, um das richtig wahrzunehmen. Natürlich hatte ich ja immer zusammen mit den anderen Hunden des Jägers zusammen gelebt, aber hier war alles anders.

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Ich wollte nichts falsch machen und verhielt mich einfach ganz ruhig, schaute keinen anderen Hund an, blieb einfach neben der Frau stehen, aber sie ging schließlich weg und nun stand ich ganz allein dort. Der große Rüde mit dem struppigen Fell mochte mich nicht, ständig lief er um mich herum und knurrte mich an. Ich zog den Kopf und die Rute ein und versuchte, einen Platz zu finden, wo ich mich ein wenig hinlegen konnte. Doch der andere Hund scheuchte mich immer wieder hoch und dabei war ich doch so müde…

So blieb es tagelang, vielleicht wochenlang, ich kann mich nur erinnern, dass ich ständig auf der Flucht war. Ein paar Mal wurde ich von anderen, stärkeren Rüden gebissen, nicht so schlimm gebissen, aber so, dass ich stets auf der Hut sein musste.

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Hin und wieder kamen Menschen zu diesem Ort, den sie „Refugio“ nannten und nahmen ein paar von uns mit. Wohin? Das konnten wir nicht ahnen, aber wir waren immer sehr nervös dann.

Ich fühlte mich schlapp… es gab zwar reichlich Futter und die Frauen, die jeden Tag kamen, streichelten uns, aber wir kamen einfach nicht raus, aus diesem engen Hof, ohne Blick nach draußen, ohne laufen oder rennen zu können. Mit jedem Tag fühlte ich mich älter, wünschte mich zurück zu meinem Herrn, auch wenn er nicht immer freundlich zu mir war.

Die Zeit verrann…

Dann eines Tages, passierte etwas Seltsames: die Frauen holten einen Hund nach dem anderen aus den Hof und brachten sie mit einem Auto fort. Meine Angst stieg wieder hoch… was würde nun passieren?

Als ich an der Reihe war, ging ich mit gesenktem Kopf und klopfendem Herzen mit ihnen. Sie streichelten mich, bevor ich in das Auto geschoben wurde, zu all den anderen Hunden, die dort schon, vor Aufregung hechelnd und speichelnd, warteten.

Wir fuhren nicht weit, schon nach wenigen Minuten kamen wir an einer Finca an und wurden im umzäunten Innenhof aus dem Auto gelassen. Hier war es viel schöner, als in dem alten Baugelände, in dem wir sonst wohnten. Durch den Zaun konnten wir endlich wieder sehen, was um uns herum passierte und hier war endlich Platz! Platz zum Laufen und, ganz wichtig für mich, Platz zum „aus dem Weg gehen“…

Voller Freude lief ich auf dem steinigen Boden hin und her, mit all den anderen Hunden, die schon hier waren. Vielleicht konnte ich hier sogar ein bisschen spielen? Ganz vorsichtig näherte ich mich einer Hündin und forderte sie auf. Sie machte mit und gerade wollte ich mich richtig freuen, als ein anderer Hund dazwischen sprang und mich wegknurrte. Nun gut, dann suchte ich mir eben einen gemütlichen Platz im Schatten. Aber auch das funktionierte nicht, ich wurde wieder weggejagt. Ob die anderen Hunde wussten, dass es mir nicht gut ging? Das mein Herz immer so schrecklich schlug, wenn ich mich anstrengen musste? Ob sie mich deshalb immer mobbten?

Die Zeit rann an mir vorbei, ich wusste nicht mehr, wie lange ich schon hier auf der Finca war, als wieder ein großes Auto ankam. Aber das wieder in ein paar Tagen ein Teil der anderen Hunde mit diesem Wagen wegfahren würden, dass wusste ich schon.

Diese Mal waren nur zwei Frauen ausgestiegen. Sie schienen nett zu sein, denn die anderen Hunde liefen gerne zu ihnen, um sich streicheln zu lassen. Ich hielt mich lieber etwas entfernt auf.

Sie blieben ein paar Tage, machten eine Menge Fotos von allen Hunden und kümmerten sich um uns. Aber ich war immer noch sehr vorsichtig. Nur wenn Eva, die Frau, die mich damals hinter das große braune Tor brachte, dabei war, dann lief ich zu ihnen. Eva vertraute ich.

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Am Abend vor der Abreise der Frauen, standen sie zusammen auf dem Gelände und sprachen miteinander. Sie beobachteten Gitano, einen großen Rüden, zeigten auf ihn und riefen ihn heran. Dann, ganz überraschend, schaute eine der Fremden zu mir. Sie sagte etwas in einer komischen Sprache, darauf sah auch die Andere in meine Richtung. Mir war das sehr unheimlich und ich versteckte mich ganz schnell. Auch Eva schaute zu mir und nickte. Mir machte das schon wieder Angst! Bestimmt hatte ich wieder etwas Falsches getan!

Aber nichts passierte an diesem Abend…

Am nächsten Morgen waren die Menschen schon sehr früh an der Finca. Wieder wurden einige Hunde aus der Finca geholt und in die Boxen im Auto verladen. Ich versuchte einfach, das zu ignorieren, bis Eva ganz unvermittelt auf mich zukam, mich am Halsband fasste und zum Auto führte. Mein Herz schlug wie verrückt! Oh nein! Was sollte denn nun passieren? Der Tierarzt, denn ich ja schon lange kannte, war auch da und er untersuchte mich. Was sollte denn nun mit mir geschehen? Wohin würden diese fremden Frauen mich bringen? Aber ich stieg gehorsam ein. Die Box war gar nicht so schlimm, ich hatte Platz genug, um mich auszustrecken, die Unterlagen waren schön weich, ich hatte einen eigenen Wassernapf und endlich konnte mich niemand mehr wegjagen. Aber Angst hatte ich immer noch. Eva streichelte mich noch einmal, dann wurden die Türen geschlossen und das Auto fuhr los. Anfangs war mir ein wenig übel von dem Geschaukel, aber das ließ irgendwann nach. Die jungen Hunde jammerten ein bisschen, die älteren von uns trugen es einfach mit Gelassenheit. Stunde um Stunde verging, als dann der Wagen anhielt und die Türen geöffnet wurden. Die Frauen gaben uns frisches Wasser, sprachen sehr freundlich mit uns, schauten in jede Box und dann ging es weiter. Ich weiß nicht, wie lange wir schon fuhren, als wir anhielten und alle Hunde aussteigen durften. In einem großen, umzäunten Bereich, der herrlich weichen grünen Boden hatten, durften wir uns die Beine vertreten und Pipi machen. Ich fühlte mich besser, die Menschen hier waren mir zwar noch unheimlich, aber sie schienen es gut mit uns zu meinen. Wir wurden gestreichelt, es gab Wasser und ein paar Happen Futter. Und dann mussten wir wieder zurück in unsere Boxen, allerdings nicht alle, ein paar meiner Gefährten wurden in Autos gesetzt und fuhren mit den freundlichen Menschen fort.

Nur ein paar Stunden später passierte das Gleiche. Wir hielten an und durften aussteigen. Diesmal nicht auf den schönen grünen Boden, sondern in eine große Halle, in der es nach Pferd roch. Den Geruch kannte ich!

Und wieder stiegen wir in das Auto und wieder blieben einige Hunde zurück, die von fremden Menschen mitgenommen wurden.

Ich war schon wieder nervös, deshalb, aber mit blieb nichts anderes übrig, als mich in mein Schicksal zu fügen.

Noch ein paar Stunden später, ein weiteres Stop. Wieder wurde ich aus der Box geholt, aber hier schien es nicht mehr weiterzugehen. Eine der Frauen, die gefahren war, nahm mich an die Leine und sprach mit mir. Die Stimme kannte ich ja nun und sie gab mir ein wenig Vertrauen. Die anderen Hunde wurden abgeholt, wie schon zuvor und ich wartete nun darauf, ebenfalls in ein Auto verfrachtet zu werden. Aber das passierte mir nicht. Nachdem alle Hunde abgefahren waren, ging eine der Frauen mit mir in das Haus. INS HAUS? Ich war noch nie in einem richtigen Haus! Außerdem konnte ich riechen, dass dort noch andere Hunde waren und ich war sicher, die wollten mich dort nicht!

Aber dann kam es anders. Zuerst, noch bevor ich die anderen Hunde sah, wurde ich in einen sehr komischen Raum gebracht und in eine Art Becken getragen. Dann kam plötzlich warmes Wasser aus der Wand und die Frau machte mich ganz vorsichtig damit nass. Sooo schlimm war das nicht, vor allem, weil sie die ganze Zeit leise mit mir sprach und ich fühlte, dass sie mir nichts Böses wollte.

Aber dann! Shampoo… bis dahin wusste ich einmal, dass es so etwas gab… aber schließlich holte sie mich aus dem Becken und rubbelte mich ab. Das gefiel mir!

Als wir den merkwürdigen Raum verlassen hatten, stand plötzlich ein sehr großer weißer Rüde vor mir. Ich erschrak sehr, über die Aktion mit dem Wasser hatte ich die anderen Hunde total vergessen.

Sofort nahm ich den Kopf runter und zog die Rute ein, ohje, dass würde bestimmt Ärger geben!

Aber nichts passierte. Der Rüde schnupperte einfach nur an mir, ließ sich dann von der Frau kraulen und verschwand. Ich war sooo erleichtert. Aber nun kam der Nächste… ein Rüde, nicht viel größer als ich, braun mit klugem Gesicht. Auch er schnupperte mich ab, bis dann ein ganz ganz großer schwarzer Galgo auftauchte. Aber auch der war nett zu mir! Nun durfte ich in einen anderen Raum gehen, die Frau immer neben mir. Und dann entdeckte ich einen alten Bekannten! Amador, der eine Weil mit uns auf der Finca gelebt hatte. Damals war er genauso ängstlich wie ich, hier schien er viel entspannter zu sein! Wir begrüßten uns freundlich und ich sah  nun noch zwei andere Galgos. Ich beruhigte mich ein wenig. Alle waren ja sehr freundlich zu mir. Und nun gab es auch endlich Futter. Damit ich in Ruhe fressen konnte, durfte ich in einen anderen Raum in diesem Haus meinen Napf leeren. Der Raum gefiel mir ganz besonders, denn hier duftete es immer sehr gut. Aber ich merkte in den nächsten Tagen, dass ich mich hier nur zum Fressen aufhalten durfte. Aber so müde, wie ich war, wollte ich jetzt nur schlafen. Eine der Frauen zeigte mir ein großes weiches Körbchen und sofort stieg ich hinein.

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In den nächsten Tagen war das mein Lieblingsplatz! Ich traute mich kaum, ihn zu verlassen, aus Angst, dass ein anderer Hund sich dort hineinlegen würde. Aber dann entdeckte ich, dass es viele solcher Plätze in diesem Haus gab und wurde ruhiger. Auch dass alle anderen Hunde ihre „Geschäfte“ draußen verrichteten, bemerkte ich und schloss mich ihnen an. Die anderen Hunde waren recht nett zu mir. Der weiße Galgo schien der Chef unter den Hunden zu sein, ich gab mir wieder Mühe, nichts falsch zu machen und das klappte ganz gut.

Außerdem war ich soooo müde, ich habe tagelang nur geschlafen! Die Frauen und der Mann, der wohl auch in diesem Haus wohnte, machten sich Sorgen und so fuhren wir also wieder Auto, zum Tierarzt nämlich. Auch der war sehr nett zu mir. Er stellte fest, dass mein Herz, selbst für einen Windhund, deutlich zu groß war. Das kam von der vielen Arbeit, die ich für meinen Herrn verrichtet hatte.

Er sagte den Frauen, was sie tun sollten, streichelte mich noch einmal und dann ging es zurück zum Haus, wo mich alle anderen Galgos neugierig abschnupperten.

Endlich wurde ich wieder munterer und so begann ich schließlich mit Cesar, dem braunen Galgo, den Garten zu erkunden. Das war klasse, vor allem, weil ich danach mit den anderen zusammen immer auf ein paar Decken in der Sonne liegen durfte. Überhaupt gefiel mir das Leben hier… Futter gab es reichlich, der Garten war groß und die Spaziergänge, vor denen ich anfangs immer ein wenig Angst hatte, machten mir nun Spaß. Und ich wurde gestreichelt! Nicht so, wie es der Jäger früher gemacht hatte… richtig liebevoll und das war wunderbar. Ich fing also an, dass Leben zu genießen.

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Ein paar Wochen, nachdem ich Deutschland angekommen war, bekam ich unverhofft Besuch! Eva, die liebe Frau aus Spanien und ihre Schwester Nuria, kamen in unser Haus. Ich habe so gefreut, sie wieder zusehen, aber ich hatte auch ein wenig Angst, sie würden mich wieder mitnehmen…

In der ersten Nacht, in der die Beiden hier waren, traute ich mich dann auch, zu ihnen ins Bett zu krabbeln. Die anderen Galgos hier im Haus schliefen ganz oft bei den Frauen in den Betten, aber mir war das noch nicht geheuer. Jetzt überwand ich meine Angst und fühlte mich wie im siebten Himmel. War es mir in den ersten Tagen noch schwer gefallen, mich streicheln zu lassen, liebte ich das nun sehr, aber soviel Nähe war dann doch noch zuviel.

Jetzt endlich hatte ich genug Mut und als die Spanierinnen wieder, Gott sei Dank, ohne mich abreisten, dann beschloss ich sogar, bei Sabine mein Glück zu versuchen und tatsächlich… ich durfte auch zu ihr ins Bett!

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Nun kommt auch das vorläufige Ende meiner Geschichte:

Am dem Sommerfest in Melle traf ich ein sehr nettes Ehepaar, die Interesse an mir hatten. Der Mann beschäftigte sich den ganzen Tag mit mir und auch seine Frau war so lieb… ganz traurig verabschiedete ich mich nach dem Sommerfest von den Beiden.

Gestern haben sie mich hier besucht… und ich durfte mit zu ihnen fahren! Mir gefällt es hier sehr, ich hoffe, die anderen Hunde mögen mich auch, denn dann darf ich hier blieben. Hoffentlich für den Rest meines Lebens.

Corazon_und_sein_Rudel

 

Euer

Corazon

 

 

 

 

P.S.: Juhuuu! Heute habe ich gehört, dass ich nun zur Familie gehöre! Ich bin angekommen…